OÖ-Landeskriminalamt: Am 7. April 2012 verübten zwei vorerst unbekannte Täter in Wels einen Einbruch in eine Bankfiliale. Es wurden von ihnen insgesamt 166 Sparbuchschließfächer aufgebrochen.

Die Sparbuchschließfächer dienten der Verwahrung von Sparbüchern und Dokumenten, wurden jedoch von einigen Kunden zweckentfremdet und als Wertsachendepot verwendet, sodass Bargeld und Goldmünzen im Wert von 72.000 Euro erbeutet wurden. Die Ermittlungen wurden durch das LKA OÖ übernommen.

Dabei wurde erhoben, dass einige Tage zuvor in mehreren Welser Bankfilialen zwei unbekannte Männer in verdächtiger Weise sich über Auslandsüberweisungen erkundigten. Nach Auswertung einiger Kamerabilder konnte ein 38-Jähriger aus Litauen identifiziert werden. Der Mann war bereits 2009 in Linz nach einem Einbruch in eine Linzer Bankfiliale von Beamten des LKA OÖ festgenommen worden und wegen insgesamt zwölf Einbrüchen mit einer Schadenssumme von 250.000 Euro zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Aufgrund besonderer Vollzugsmaßnahmen wurde der 38-Jährige mit November 2011 aus der Haft entlassen.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass der 38-Jährige seit Februar 2012 mit unbekannten Komplizen wiederum gleichgelagerte Einbruchsdiebstähle in Banksparbuchschließfächer in insgesamt fünf Bankfilialen in Wien, Niederösterreich (Mödling) und Oberösterreich (Wels und Steyr) mit einem Gesamtschaden von 100.000 Euro begangen hatte. Nach erfolgreichen Fahndungsmaßnahmen konnte er und ein weiterer Verdächtiger in einer Wohnung in Wien ausgeforscht und festgenommen werden. Im Rahmen weiterer Ermittlungen konnte auch ein 41-jähriger Komplize ausgeforscht und festgenommen werden.

Der 38-Jährige zeigte sich zu allen angelasteten Straftaten geständig und wurde zu einer noch nicht rechtskräftigen Haftstrafe von 3,5 Jahren verurteilt. Sein 41-Jähriger Mittäter, ebenfalls aus Litauen, befindet sich in U-Haft in der Justizanstalt Wien. Im Rahmen der umfangreichen Erhebungen konnten noch fünf weitere Komplizen, bei weiteren sechs Einbrüchen mit einer Schadenssumme von 25.000 Euro, Falschgeld- und Suchtmitteldelikten ausgeforscht und angezeigt werden.

OÖ-Landeskriminalamt