St. Pölten:  Bis zum 6. Dezember ist der 2. Lockdown durch die Corona-Pandemie verordnet.

Das heißt für viele Familien, wo sonst am 5. oder 6. Dezember der Nikolaus ins Haus  gekommen ist, nach Alternativen zu suchen. Und hier bietet die Jungschar der Pastoralen Dienste einige Angebote.

Aber erst einmal zur Geschichte des Nikolaus
Nikolaus wurde der Ueberlieferung zufolge von seinem Onkel, Bischof Nikolaus von Myra, im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht und als Abt im Kloster von Sion – heute untergegangener Ort, Namensgeber eines katholischen Titularbistums – nahe seiner Heimatstadt eingesetzt. Als seine Eltern an der Pest starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen und verteilte es an Armen: so bewahrte er mehrere junge Frauen aus seiner Nachbarschaft in seiner Heimatstadt Patara, indem er heimlich Geld durchs Fenster – oder durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken – warf, so für eine ausreichende Mitgift sorgte und verhinderte, dass der Vater seine Töchter zur Prostitution hergeben musste; deshalb gilt Nikolaus als Geber guter Gaben und Freund der Kinder.

Nach dem Tod seines Onkels pilgerte Nikolaus ins Heilige Land, nach seiner Rückkehr wählte die Gemeinde Myra ihn zum neuen Bischof und damit zum Nachfolger von Nikandros von Myra. Die Legende zeichnet Nikolaus als temperamentvollen Streiter und zugleich als Mann der fähig war, diplomatisch zu vermitteln und Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Bei einem Aufstand von in Phrygien stationierten germanischen Söldnern begegnete er in Myra hohen Ofizieren aus Konstantinopel – dem heutigen Iastanbu, bei denen er nachhaltigen Eindruck hinterließ.
Drei zu Unrecht gefangen gehaltene Feldherrn konnte Nikolaus der Ueberlieferung zufolge wundersam befreien, indem er im Traum dem Kaiser erschien und um ihre Befreiung bat – deshalb wurde er Patron der Gefangenen.
Er rettete Schiffbrüchige, deshalb ist er Patron der Seefahrer. Um ein in Seenot geratenes Schiff zu retten mit drei Pilgern, die von Ephesus ausfuhren mit für eine christliche Kapelle bestimmtem heiligen OQl, begab er sich an Bord, stillte den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen.

Vom 15. Jahrhundert an verbreitete sich die Legende von den Getreidehändlern: Nikolaus erbat bei einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe nur 100 Scheffel und versicherte, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen werde, was sich bewahrheitete; Nikolaus aber konnte seine Gemeinde auf Jahre hinaus ernähren und sogar Saatgut austeilen.
Gesicherte historische Nachrichten über das Leben und Wirken von Nikolaus gibt es nicht. In der Ueberlieferung vermischten sich Nachrichten über einen Abt Nikolaus von Sion nahe Myra und solche über den Bischof Nikolaus aus dem nahen Pinara bei Minare nahe Fethiye.
Der Kult um Nikolaus entwickelte sich zu Beginn des 6. Jahrhunderts. Kaiser Justinian weihte ihm Mitte des 6. Jahrhunderts eine Kirche in Konstantinopel – dem heutigen Iastanbul, in der auch einige Reliquien verwahrt wurden. Der Kult verbreitete sich auch in Griechenland, wo er als “Hyperhagios”, “Ueberheiliger”, verehrt wird, und kam dann in die slawischen Länder. Ueber die byzantinische Tradition wurde Nikolaus einer der am meisten verehrten Heiligen Russlands, er folgt im Osten in der Verehrung unmittelbar nach Maria. Nikolaus wurde einer der beliebtesten Volksheiligen mit vielen legendären Erzählungen, die vor allem seine menschenfreundliche und hilfsbereite Art bezeugen.
Sein aufgebrochener, leerer Sarkophag wird noch heute in der wieder hergestellten Nikolaus-Basilika in Demre von Wallfahrern der Ostkirche verehrt.
In Rom zog der Kult im 8. Jahrhundert ein, er verbreitete sich dann zunehmend auch in Süd- und Mitteleuropa.
Nikolaus gilt als Helfer in fast allen Schwierigkeiten.

Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht auf diese Praxis zurück. Ursprünglich war der Nikolaustag – nicht Weihnachten – der Tag der großen Bescherung mit Geschenken; in einigen Ländern ist er dies heute noch.

Nikolaus in der Corona-Zeit
Heuer kann der Nikolaus nicht persönlich von Haus zu Haus in die Familien kommen und die Kinder beschenken. Die Jungschar der Diözese St. Pölten hat dafür einige Handreichungen parat gelegt, damit in der Familie der Nikolaus gefeiert werden kann. Eine große Chance, um selber kreativ zu werden und sich nicht nur „bedienen“ zu lassen. Wie wäre es, wenn das Kind selbst in die Rolle des Nikolaus schlüpft?
Mutter oder Vater können auch die Rolle übernehmen.
Wie man das am besten bewerkstelligt und ein schönes Fest gestalten kann, Dinden sie unter folgenden Links:
http://www.pastoraledienste.at/sites/www.dsp.at/_iles/u180/nikolausfeier_handreichung_kath.jungschar.pdf
http://www.pastoraledienste.at/sites/www.dsp.at/_iles/u180/nikolausfeier_2020_4_kiref_nachrichten_folder.pdf

DIÖZESE SANKT PÖLTEN – REFERAT FÜR KOMMUNIKATION
3100 St. Pölten, Klostergasse 15
Telefon: +43 (0) 2742 324 3390 bis 3395