Bezirk Gmünd: Ein Waldviertler Unternehmen hat sich auf den Bau von Kleinkläranlagen spezialisiert und wird seine besonders wartungsarme, patentierte Umwelttechnologie bald an Kunden in der ganzen Welt verkaufen.

Rund 150 Kläranlagen der Alpin-Abwassertechnik aus Kirchberg am Walde im Bezirk Gmünd arbeiten bereits an der Produktion von sauberem Wasser in heimischen Gemeinden, bei Abwassergenossenschaften und privaten Haushalten. Derzeit bereitet sich der innovative Waldviertler Betrieb auf den Eintritt in den internationalen Markt vor.

"Schon im kommenden Jahr werden wir unsere Abwassertechnik auch an Interessenten im Ausland liefern. Unsere Entwicklung erlaubt uns, jede einzelne Kläranlage, ob sie in Indien oder bei Amstetten steht, von der Waldviertler Unternehmenszentrale aus zu überwachen, zu steuern und allenfalls auftretende Probleme zu beheben“, erklärt Reinhard Preiss, Geschäftsführer und Gründer der Alpin-Abwassertechnik, dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Das Unternehmen entwickelt und baut Kläranlagen zur Abwasserreinigung für private Liegenschaften ohne Kanalanschluss, kleine Gemeinden und Abwasserverbände mit bis zu 2.000 Einwohnern.

Das Besondere seiner Klär-Technologie erläutert Erfinder Preiss: "Meine Anlagen sind nahezu wartungsfrei. Ich kann jeden einzelnen Klärbetrieb mit Hilfe von eingebauten Sensoren überwachen. Vom Computer aus regle ich, je nach Bedarf, die Einschaltzeiten, ich sehe, ob die Maschinen in Ordnung sind und ob die biologischen Verhältnisse stimmen. Nur bei groben Problemen begebe ich mich an Ort und Stelle.“

Der Vorteil für seine Kunden: Geringe Wartungskosten bei minimaler Fehleranfälligkeit.

Preiss hat sein Unternehmen 2002 gegründet, nachdem er zuvor selbst zehn Jahre in der Abwassertechnik gearbeitet hatte. Er war, wie er sagt, "unzufrieden mit den bestehenden, konventionellen Klärsystemen. Sie sind unhygienisch und umständlich zu warten.“ Nach langen Entwicklungsprozessen über viele Jahre und etlichen Versuchen ist es ihm gelungen, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das "hygienisch und biologisch arbeitet und wenig Wartungsaufwand verursacht.“

Preiss beschäftigt drei Mitarbeiter. "Im kommenden Jahr werden wir unseren Mitarbeiterstand auf 15 bis 20 Leute aufstocken", teilt er mit. Konkrete internationale Interessenten für die neue Technik gäbe es bereits, unter anderem ein VW-Werk in Indien.

Als Anerkennung seiner Leistung erhielt der 46-jährige Unternehmer den niederösterreichischen Zukunftspreis "Meilenstein 2008“. 

Den Prozessverlauf beschreibt Preiss so: "Mein Klärsystem reinigt in einer Durchlaufzeit von rund acht Stunden verschmutztes Wasser mittels Bakterien. Zukünftig sollen als Nebenprodukt Algen entstehen, die zur Energiegewinnung in Kraftwerken dienen können. Die Algen verbessern durch ihren CO2-Abbau zudem die Wassergüte. So holen wir aus der Anlage sogar mehr Energie heraus, als wir in den Bau investiert haben.“

Informationen: Reinhard Preiss