Wien: Weniger als 20.000 Unterschriften fehlen zur gesicherten parlamentarischen Behandlung

Mindestens 8.041 ÖsterreicherInnen müssen persönlich eine Unterstützungserklärung abgeben, damit ein Volksbegehren eingeleitet werden kann. Das Tierschutzvolksbegehren konnte bereits über 80.000 Menschen, somit zehnmal mehr als benötigt, dafür gewinnen. Nun tritt es in die finale Phase ein, bei der die
gesetzliche Hürde von 100.000 Unterschriften übersprungen werden soll, ab der sich der Nationalrat zwingend damit befassen muss.
Zahlreiche Prominente, u.a. Dominic Thiem, Erni Mangold, Toni, Polster, Nicole Beutler, Josef Zotter oder Erika Pluhar haben sich unterstützend für das Volksbegehren ausgesprochen.

„Die Coronakrise zwingt uns die Sammelphase abzukürzen und uns auf die Absolvierung des Pflichtprogramms zu beschränken. Einerseits ist das schade, denn unser Ziel war das gesellschaftliche Bewusstsein und den Dialog zwischen Konsumenten und Produzenten so lange wie möglich zu fördern. Andererseits könnten wir nun die rasche parlamentarische Behandlung sicherstellen. Gerade jetzt, wo das Bedürfnis nach Regionalität und Transparenz bei Lebensmitteln immer mehr steigt,
muss der Paradigmenwechsel auch in der Politik ankommen“ so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehren.

Das Tierschutzvolksbegehren konnte seit seinem Start im Mai 2019 bereits zahlreiche Erfolge verbuchen. So wurden wesentliche Forderungen ins Regierungsprogramm übernommen, etwa betreffend die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln, die Neuausrichtung der öffentlichen Beschaffung, ein Wandel bei EU-Förderungen, das Ende von gentechnisch veränderten Soja-Importen oder maßgebliche Verbesserung der Standards in der Tierhaltung und bei Tiertransporten. Zumindest
am Papier wurde schon viel erreicht, nun soll auch die Umsetzung in die gesetzliche Realität vorangetrieben werden.

„Ich bin hoffnungsfroh, dass wir die fehlenden 20.000 Unterschriften bis Ende Juni schaffen werden. Wenn uns das gelingt, werden wir dafür sorgen, dass die vielen politischen Bekenntnisse auch einen entsprechenden gesetzlichen Niederschlag finden. Denn schöne Worte zur nötigen Sicherung und Stärkung des „Feinkostladen
Österreich“ wurden lange genug ausgetauscht. Jetzt wird es Zeit die (importierte) Massentierhaltung, das damit verbundene Artensterben und Bauernsterben, sowie den Schaden für unsere Umwelt, das Klima und die Tiere einzubremsen“ so Bohrn Mena abschließend.

Das Tierschutzvolksbegehren kann noch bis 29. Juni 2020 auf jedem Gemeindeamt, unabhängig vom eigenen Wohnort, oder auch online mit Handysignatur unterschrieben werden. Von 22. bis 29. Juni findet zudem eine allgemeine Volksbegehren-Eintragungswoche statt, bei der Gemeindeämter längere Öffnungszeiten haben und auch am Wochenende vor Ort das Tierschutzvolksbegehren unterschrieben werden kann.

Rückfragehinweis: Tierschutzvolksbegehren I +43 660 703 88 64,  www.tierschutzvolksbegehren.at