Niederösterreich: Schmetterlingsapp-Teilnehmerin Anna Rußwurm meldete aus ihrem Garten in Rabenstein, Niederösterreich, die meisten Schmetterlinge.

Auf dem Foto zu sehen mit dem Kokon einer Grasglucke. Fotocredit: Stephanie Fischer

Bereits zum fünften Mal riefen Blühendes Österreich – REWE International gemeinnützige Privatstiftung und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 im Sommer 2021 zur Citizen Science Aktion „Zeig‘ her deinen Schmetterlingsgarten“ auf. Die Beliebtheit der Schmetterlingszählung in Österreichs Gärten ist ungebrochen. Von 2. bis 25. Juli beteiligten sich 1.851 Freiwillige und meldeten unglaubliche 21.362 Schmetterlinge in der kostenlosen App „Schmetterlinge Österreichs“. Im Vorjahr waren es 1.418 Teilnehmer:innen, die 15.591 Schmetterlingsdatensätze gemeldet haben.

Welcher Schmetterling hat heuer die Flügelspitze vorne? Welches Bundesland führt das große Gaukeln an? Die beflügelten Schönheiten sind nicht nur charmant anzusehen, sie sind auch wichtige Bestäuber. Schmetterlinge sind jedoch laut Roter Liste österreichweit erheblich gefährdet. Rund 50 Prozent aller heimischen Tagfalter gelten als bedroht, einige der wichtigen Bestäuber sind bereits aus unseren Gärten verschwunden. Aus diesem Grund führen Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 jedes Jahr die große Daten-Erhebung in Österreichs Gärten durch. Die mittels Schmetterlingsapp erfassten Daten sind ein wichtiger Beitrag für die Schmetterlingsforschung.

Schmetterlingsreichster Garten in Niederösterreich, artenreichste Oase erstmals in Tirol
Der Garten mit den meist gemeldeten Schmetterlingen ist von Anna Rußwurm aus Rabenstein in Niederösterreich. Sie hat 562 Glücksmomente in die App hochgeladen. In ihrem terrassenförmig angelegten Schmetterlingsparadies blüht, duftet und summt es im Sommer, wo man auch hinschaut. „Viele unserer zweibeinigen Gäste finden unseren Garten einfach nur wild”, erzählt Anna Rußwurm bei einem Lokalaugenschein des Naturgartens, „aber bei mir darf alles blühen und gedeihen.“ Madame Butterfly, wie Frau Rußwurm auch genannt wird, zeigt auf ihren himmelblau blühenden Chicorée und die zwei Meter hohe Fenchelpflanze. Keinen Zutritt in ihren Garten hingegen haben Thujen, jegliche Giftspritzerei oder Rasenmäherroboter.

Angie Opitz aus Tirol hat den Garten mit dem vielfältigsten Flattern. Stolze 53 unterschiedliche Tag- und Nachtfalterarten konnte sie in ihrem Schmetterlingseldorado nachweisen. Eine zweifache Premiere, denn noch nie wurden österreichweit so viele Arten in einem Garten gemeldet und noch nie war Tirol auf Platz eins der artenreichsten Gärten Österreichs.

Bundesländervergleich: Niederösterreich (Anzahl) und Steiermark (Artenvielfalt) haben die Fühler vorn
Im Bundesländerranking hat Niederösterreich mit 5.755 gemeldeten Tagfaltern wie schon im Vorjahr die Fühler vorn. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Oberösterreich (3.165 Meldungen), Steiermark (2.605 Meldungen), Kärnten (1.688 Meldungen) und Wien (1.130 Meldungen).

Die höchste Artenvielfalt weist heuer erstmals mit 77 gemeldeten Tagfalterarten die Steiermark auf, dicht gefolgt vom Vorjahressieger Niederösterreich mit 74 Arten. Es folgen die Bundesländer Kärnten (69), Tirol (64) und Oberösterreich (56). Eine Auswertung für jedes Bundesland liegt vor und ist im Report zur Garten-Schmetterlingszählung enthalten.

Großes Ochsenauge auch heuer wieder häufigster Schmetterling im Garten
Mit 1.538 Meldungen flatterte das Große Ochsenauge wie schon im Vorjahr auf den ersten Platz. 2019 und 2018 war diese Art an zweiter Stelle. Dicht gefolgt flog das Tagpfauenauge 1.460 Mal bei der heurigen Gartenzählung vor eine Kameralinse und damit auf Platz zwei. 2020 schaffte es das Tagpfauenauge „nur“ auf Platz vier. Die drittstärkste Tagfalterart in Österreichs Gärten ist mit 888 Meldungen der Kaisermantel, der heuer durch das Tagpfauenauge vom Silberstockerl verdrängt wurde.

Die Top 10 der häufigsten Schmetterlingsarten in Österreichs Gärten 2021 sind:

Großes Ochsenauge
Tagpfauenauge
Kaisermantel
Segelfalter
Zitronenfalter
Schornsteinfeger
Hauhechel-Bläuling
Admiral
Kleiner Fuchs
Rostfarbiger Dickkopffalter

Die schönsten Schmetterlinge Österreichs
Wem ist heuer der beliebteste Schnappschuss eines Schmetterlings gelungen? Die meisten Likes sammelte eindeutig Walter Ederer aus der Steiermark, der eine große Geduld beim Fotografieren der beflügelten Schönheiten an den Tag legte. Seine Aufnahme eines Segelfalters landete auf Platz eins der meisten „Likes“ durch die Schmetterlings-Community. Für einen wunderschönen Großen Feuerfalter erhielt Herr Ederer auch die zweitmeisten Likes und für einen weiteren Segelfalter die drittmeisten.

Raritäten und wissenschaftliche Highlights unter den Schmetterlingen
Bei der heurigen Gartenzählung wurde eine ganze Anzahl an laut Roter Liste in Österreich stark gefährdeten Schmetterlingen übermittelt. So wurde zum Beispiel der Karst-Weißling 76 Mal beobachtet und gemeldet. „Die deutliche Arealausweitung in Österreich setzt sich auch 2021 weiter fort. Dieser Falter konnte während der Gartenzählung in allen Bundesländern mit Ausnahme des Burgenlandes beobachtet werden“, freut sich DI Dr. Helmut Höttinger, Schmetterlingsexperte und wissenschaftlicher Betreuer der App.

Weitere naturschutzfachlich interessante Schmetterlinge, die über die Schmetterlingsapp gemeldet und verifiziert wurden, sind u.a. der Blauschwarze Eisvogel mit einer Meldung aus Tradigist in Niederösterreich und der Randring-Perlmutterfalter, von dem ebenfalls nur ein Exemplar in der Steiermark beobachtet wurde.

Auch bei den Nachtfaltern gelangen bemerkenswerte Funde, so zum Beispiel von einem Eichenschwärmer in Bad Sauerbrunn im Burgenland, einer stark gefährdeten Art, oder einer Bitterkraut-Sonneneule, die – ebenfalls stark gefährdet – in Wiener Neustadt, Niederösterreich, entdeckt und fotografiert wurde.

Die heimischen Gärten und ihre Rolle bei der Rettung der Schmetterlinge
„Jede neue Schmetterlings-Zählung wartet mit immer mehr Teilnehmer:innen auf und das freut uns wirklich sehr. Die Bedeutung der privaten Gärten zum Schutz von Schmetterlingen, Bienen und Co. ist nicht zu unterschätzen. Es kann gar nicht oft genug betont werden, wie wichtig diese Bestäuber für unsere Landwirtschaft und unsere Ernährung sind“, betont Agnes Zauner, Geschäftsführerin GLOBAL 2000. „Auch unsere Initiative „Nationalpark Garten“ setzt hier an und versammelt private Flächen, die ohne Pestizide, Kunstdünger und Torf gepflegt werden. Schon bald werden wir die Marke von 5 Millionen Quadratmeter wichtigen Lebensraums für Bestäuber und schließlich unser gesamtes Ökosystem erreichen.“

Tausende Freiwillige für Österreichs Schmetterlinge
Die Citizen Science-App „Schmetterlinge Österreichs“ von Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 gehört mit rund 50.000 Downloads und über einer halben Million bisher gemeldeten Schmetterlingen zu den erfolgreichsten Naturbeobachtungs-Apps im deutschsprachigen Raum. „Der Erfolg der App bleibt ungebrochen und wir konnten mithilfe der vielen freiwilligen Citizen Scientists im heurigen Sommer sogar die 500.000ste Schmetterlingsmeldung erreichen. Ein starkes Zeichen dafür, dass das Bewusstsein in Österreich für die Bedeutung unserer Insektenvielfalt weiter zunimmt. Jedes Foto und jede Meldung sind ein sinnvoller Beitrag für die Wissenschaft“, erklärt Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich.

Schmetterlingsaktionen 2022
Zählung der Aurorafalter (1. März bis 31. Juli 2022) sowie Schmetterlingszählung in Österreichs Gärten (1. Juli bis 24. Juli 2022)

Die ausführliche Auswertung der Schmetterlingserhebung in Österreichs Gärten 2021 inklusive Bundesländerauswertung steht auf www.schmetterlingsapp.at/aktuelles zum Download zur Verfügung.

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Schmetterlingsapp-Teilnehmerin Anna Rußwurm meldete aus ihrem Garten in Rabenstein, Niederösterreich, die meisten Schmetterlinge. Auf dem Foto zu sehen mit dem Kokon einer Grasglucke. Fotocredit: Stephanie Fischer

Mag. Silvie Bergant
Firma/Organisation: Blühendes Österreich
Funktion: Leitung Kommunikation
Telefon: +43 676 711 74 50
E-mail: s.bergant@bluehendesoesterreich.at
Website: www.bluehendesoesterreich.at< Michael Lachsteiner, Pressesprecher GLOBAL 2000, +43 699 14 2000 20, michael.lachsteiner@global2000.at
www.global2000.at