Campus Krems: Mit dem Studienmodul CARTOGRAPHY bodymemento, einem interdisziplinären Universitätsseminar zu Choreografie in Theorie und Praxis, hat das International ChoreoLab Austria (ICLA) jetzt seine Arbeit aufgenommen.

TänzerInnen, ChoreographInnen, PädagogInnen und NetworkerInnen aus zwölf Ländern nahmen am Auftaktseminar am Campus Krems teil, unter anderem aus den USA, Taiwan, England, Spanien, Ungarn, Mazedonien, Litauen, Deutschland und Österreich.

Das International ChoreoLab Austria ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Tanz Atelier Wien und der Donau-Universität Krems. Die Leitung haben der Choreograph Sebastian Prantl und Prof. Dr. Gerhard Gensch.

In seiner Begrüßung sagte der Rektor der Donau-Universität Krems, Univ.-Prof. Dr. Jürgen Willer, Kunst und Kultur und der Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft seien für die Universität für Weiterbildung keine Nebensache, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil von Lehre und Forschung. Kunst und Kultur prägten auch in ganz besonderer Weise die Atmosphäre der Universität und des Campus.

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Im Bild: Nahmen an der Eröffnung teil: Rektor Univ.-Prof. Dr. Jürgen Willer, Prof. Gus Solomons Jr. (New York), Sebastian Prantl, Prof. Dr. Gerhard Gensch, Kremser Vizebürgermeister Mag. Wolfgang Derler (von links) Foto: Donau-Universität Krems

Für den Leiter des Departments für Arts und Management, Prof. Dr. Gerhard Gensch, kommt mit dem International ChoreoLab Austria ein weiterer zukunftsweisender Schwerpunkt in das Department, das sich bereits seit mehreren Jahren mit den Bereichen Musik, Literatur und Film in Lehre und Forschung befasst.

Gensch verwies darauf, dass es in dem neuen Projekt darum gehe, einen erweiterten (globalen) Choreographie-Begriff zu entwickeln und die Chancen der interdisziplinären Arbeit an der Universität zu nutzen, wie dies bereits im Startmodul sichtbar werde. Er dankte nachdrücklich der Abteilung für Kultur und Wissenschaft des Amtes der NÖ Landesregierung und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien für ihre großzügige Unterstützung, ohne die das International ChoreoLab Austria nicht möglich wäre.

Sebastian Prantl, künstlerischer Leiter des ICLA, sagte, alle Tanztechniken und choreographischen Ästhetiken hätten, wie jede künstlerische Praxis, ihre sozial- und kulturhistorischen Hintergründe. Die Praxis des zeitgenössischen Tanzes sei von gesellschaftlichen und philosophischen Diskursen und Fragestellungen durchdrungen und verstehe sich als Recherche mit künstlerischen Mitteln. Im Gegenzug werde theoretische Arbeit immer mehr als eigene Praxisform aufgefasst. Genau an dieser Schnittstelle wolle das ICLA seine Arbeit positionieren, erklärte er.

Zu den ReferentInnen des Startmoduls zählten neben anderen der renommierte Choreograph Gus Solomons Jr. von der Tisch School of Arts der New York University, Prof. Dr. Johannes Birringer von der Brunel University London, die Choreographin Gill Clarke (London), Ulrich Beckefeld und Anja Ohliger vom Office for Subversive Architecture (osa) sowie der Neurologe Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin und Architektin Dipl.-Ing. Renate Hammer von der Donau-Universität Krems.

Die Pianistin Cecilia Li, Mitbegründerin des Tanz Atelier Wien, spielte in einem Konzert im Audimax Werke des italienischen Komponisten Giacinto Scelsi. Das Modul wurde mit einer öffentlichen Tanz-Performance am Campus Krems abgeschlossen.

Nähere Informationen unter www.donau-uni.ac.at/icla