Amstetten: Am 29. März 2011 fand an der Landwirtschaftlichen Fachschule Gießhübl die Übergabe von acht Gewehrmodellen durch die Firma Steyr-Mannlicher statt.

„Die Schnittmodelle wurden von der Landesberufsschule Amstetten angefertigt und werden nun bei der Jagdausbildung an den Fachschulen eingesetzt“, informiert Direktor Ing. Gerhard Altrichter. „Die Schüler lernen so den Aufbau und die Funktion einer Jagdwaffe im Detail kennen, was wichtig für die sichere Handhabung der Gewehre ist“, so Direktor Altrichter.

Die Finanzierung der Gewehrmodelle übernahm dankenswerterweise die Firma Steyr-Mannlicher, die auf die Herstellung präziser Jagdgewehre seit über 100 Jahren spezialisiert ist. „Es ist uns ein ganz besonderes Anliegen die Jungjäger bei ihrem Eintritt in den jagdlichen Alltag und ins ‚Hohe Weidwerk‘ bestmöglich zu unterstützen. Daher übernahmen wir das Sponsoring für die Gewehrmodelle“, erklärte Martin Fehringer, Verkaufsleiter von Steyr-Mannlicher.

An der Landesberufsschule Amstetten wurden aus den Gewehrmodellen der Firma Steyr-Mannlicher Schnittmodelle angefertigt. Dabei wurde der Schlagbolzen verkürzt und das Gewehr somit „deaktiviert“. Abzug, Sicherung, repetieren, etc. ist jedoch voll funktionstüchtig, sodass eine realistische Veranschaulichung bei der Waffenkunde ermöglicht wird.

Feierliche Übergabe der Gewehrmodelle an die Landwirtschaftlichen Fachschulen. Im Bild von links: Direktor Ing. Gerhard Altrichter, LFS Gießhübl, FL Johann Haselmeyer, LFS Gießhübl, Bezirksjägermeister Direktor Ing. Gerhard Breuer, Leiter der Jagdausbildung an Landwirtschaftlichen Fachschulen, Direktor Ing. Christian Resch, LFS Mistelbach, Direktor Ing. Leo Klaffner, LFS Hohenlehen, FL Andreas Meinl, ausführender Lehrer an der Berufsschule Amstetten, Martin Fehringer, Steyr-Mannlicher, LAKO-Leiter Ing. Herbert Grulich, Abteilungsleiter Dr. Friedrich Krenn, Oberförster Ing. Hermann Mayer, Direktor Josef Schagerl, Berufsschule Amstetten und FL Johann Spreitzhofer, LFS Pyhra.

Fachausbildung für die zeitgemäße Jagdausübung: „Die erfolgreiche Absolvierung des Schwerpunktfaches „Jagd“ im Rahmen der dreijährigen Fachschule und das Bestehen der Schießprüfung ersetzt für die Schüler die Jagdprüfung und die NÖ Jagdkarte kann somit gelöst werden“, erklärt Direktor Ing. Gerhard Breuer, Fachkoordinator und Bezirksjägermeister.

Seit zwei Jahren besteht die Jagdausbildung an den acht Landwirtschaftlichen Fachschulen Edelhof, Gießhübl, Hohenlehen, Hollabrunn, Mistelbach, Obersiebenbrunn, Pyhra und Warth.

„Wir sehen die Integration der Jagdausbildung in den regulären Unterricht der dreijährigen Fachschule als wichtigen Schritt zur Entschärfung des Spannungsfeldes Wald und Wild“, betont Ing. Grulich. „Fachinformation und Verständnis für die andere Seite sind in diesem Bereich von großer Bedeutung. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass Jagd und Forstwirtschaft bestens kooperieren können“, so Direktor Breuer. Schließlich hat die Jagd in der Landwirtschaft eine große Tradition und nur wer die Natur kennt, kann sie hegen und pflegen.

Im Jagdunterricht werden Bereiche von der Wildtier- bis zur Waffenkunde sowie vom Jagdrecht bis zur Revierpraxis eingehend behandelt. In Zusammenarbeit mit den Ausbildnern von Schießzentren wird von den Schülern die Schießprüfung abgelegt.

„Die Sicherheit bei der jagdlichen Ausbildung hat oberste Priorität“, erklärt Abteilungsleiter Dr. Friedrich Krenn. „Erst durch die intensive Zusammenarbeit mit dem Niederösterreichischen Landesjagdverband und der Abteilung Landwirtschaftliche Bildung wurde die Jagdausbildung ermöglicht, da dafür eine Änderung im Jagdgesetz notwendig war“, informiert Ausbildungsleiter Ing. Herbert Grulich. Mit einem größeren „jagdlichen Nachwuchs“ ist also künftig zu rechnen.

Informationen-Foto: Mag. Jürgen Mück, www.lako.at  , www.lfs-giesshuebl.ac.at