Klosterneuburg: Mit Jahresende 2020 wurden die Instandsetzungsarbeiten auf dem [jüdischen Friedhof in
Klosterneuburg] abgeschlossen.

Am 2. Dezember konnte in Anwesenheit von VertreterInnen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, von Bundesdenkmalamt und Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich (Friedhofsfonds) sowie des Komitees zur Erhaltung des jüdischen Friedhofs Klosterneuburg die Abnahme der Arbeiten erfolgen.

Der um 1873 geschaffene Friedhof, der sich über rund 4.000 qm erstreckt und 652 Grabstellen beherbergt, wurde in den vergangenen drei Jahren in drei Etappen mit Mitteln des Friedhofsfonds und des Landes Niederösterreich saniert und gesichert. Der Friedhofsfonds stellte drei Viertel der Fördermittel von insgesamt rund 600.000 Euro zur Verfügung, für ein Viertel kam das Land Niederösterreich auf.

Zusammen mit dem Bundesdenkmalamt wurde ein Sanierungskonzept erstellt, um einen weiteren Verfall des Friedhofs zu verhindern. Nach der Abnahme wird der Friedhof im Frühjahr 2021 der Standortgemeinde Klosterneuburg zur Pflege übergeben werden. Diese Bereitschaft zur künftigen Pflege durch die Gemeinde für die folgenden 20 Jahre ist Voraussetzung dafür, dass der Friedhofsfonds eine Sanierung fördern kann.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch: „Die Pflege von Gräbern spielt im Judentum eine große Rolle. Es ist eine essentielle religiöse und moralische Pflicht, den
Verstorbenen auf dem Klosterneuburger Friedhof ihre Würde zurück zu geben und die Totenruhe wiederherzustellen. Dies wurde nun mit Mitteln des Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich und mit Beteiligung des Landes Niederösterreich ermöglicht. Für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit möchte ich mich bei allen beteiligten Institutionen bedanken.“

Der Präsident des Bundesdenkmalamtes, Dr. Christoph Bazil: „Ich freue mich, über die gelungene Zusammenarbeit aller Beteiligten. Durch die Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde, die finanzielle Unterstützung des Friedhofsfonds und des Landes Niederösterreich und die fachliche Begleitung durch das Bundesdenkmalamt ist mit der Sanierung des Friedhofs in Klosterneuburg ein weiterer wichtiger Schritt zur Erhaltung der jüdischen Friedhöfe in Österreich gelungen.“

Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich und des Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich, freut sich darüber, dass ein weiterer Friedhof saniert werden konnte: „Es ist wichtig, dass dieses große Sanierungsprojekt nun geschafft ist. Für die Zukunft liegt die nachhaltige Bewahrung der jüdischen Friedhöfe bei den Menschen vor Ort, bei den Gemeinden und Vereinen. Ein weiteres Ziel wird sein, gemeinsam mit bestehenden Initiativen verstärkt Vermittlungsarbeit anzubieten, um die jüdischen Friedhöfe im kollektiven Bewusstsein stärker zu verankern.“

Der Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich wurde 2010 beim Nationalrat eingerichtet, um die mehr als 60 jüdischen Friedhöfe in ganz Österreich vor dem Verfall zu bewahren. Bisher wurden rund 7,3 Millionen Euro an Bundesmitteln für Instandsetzungen an 13 jüdischen Friedhöfen in Österreich ausbezahlt.
Mit Klosterneuburg wurde der sechste jüdische Friedhof in Österreich nun fertig saniert.

Informationen-Foto: Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialimus, Dr. Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien, Tel. +43 1 408 12 63