Mobilität auch im Alter: Rotes Kreuz startet Sicherheits-Kampagne für Senioren

Bei medizinischen Notfällen kann die Rufhilfe des Roten Kreuzes ab sofort nicht nur zuhause sondern auch unterwegs die wichtige Zeit bis zur Versorgung im Krankenhaus entscheidend verringern. Das Rote Kreuz setzt damit einen weiteren Schritt zum Thema Sicherheit für Senior/innen und erweckt mit einer neu konzipierten Kampagne zusätzliche Aufmerksamkeit. Denn im Alter mobil zu sein, bedeutet eine wesentliche Steigerung der Lebensqualität und Mobilität – das Gefühl von Sicherheit auch außer-halb der eigenen vier Wände spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Ein Sturz zuhause oder Brustschmerzen beim Spazierengehen – gerade diese Szenarien sind es, die Senior/innen fürchten. Dann niemanden erreichen zu können, alleine zu sein und viel-leicht sogar über längere Zeit hinweg keine Hilfe rufen zu können, ist für viele eine tägliche Angst. Das Rote Kreuz macht nun mit einer Kampagne auf das Thema Sicherheit aufmerk-sam und sorgt mit den neuen Rufhilfe-Geräten für unterwegs für zusätzliche Mobilität. Auf Knopfdruck verständigt ein eigenes Rotkreuz-Servicecenter die Rettungskräfte und hält unter anderem auch die GPS-Position für die Einsatzkräfte bereit. Sicherheit bietet zudem eine neue Rotkreuz-Dose für zuhause, die alle wichtigen Informationen über Krankheiten und Medikation enthält.

NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger sieht in der neuen Technologie eine Erweiterung der Gesundheitsversorgung: „Die GPS-Rufhilfe ist ein ein wichtiger Schritt für noch mehr Sicherheit im Alltag von Seniorinnen und Senioren. Unser Ziel ist die bestmögliche Gesundheitsversorgung für allen Menschen in Niederösterreich.“

Bereits seit 1986 wird die Rufhilfe für zuhause durch das Rote Kreuz NÖ angeboten, mit der GPS-Technologie ist nun eine Erweiterung der Angebotspalette möglich. „In Niederösterreich haben wir derzeit 6.527 Geräte (per 31.12.2019) für zuhause im Einsatz. Im Jahr 2019 wur-den durch diese Geräte 54.020 Notrufe ausgelöst und bearbeitet – in 8.279 Fällen musste der Rettungsdienst auch tatsächlich ausrücken“, erklärt Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Mit den neuen GPS-Geräte können sich Seniorinnen und Senioren auch unterwegs sicher fühlen, denn im Notfall reicht ein kurzes Drücken auf die Notfalltaste, um schnell Hilfe zu bekommen.“

Mit Hilfe der GPS-Rufhilfegeräte, die einer konkreten Person zugeordnet sind, kann durch direktes Auslösen am Gerät etwa bei einer plötzlichen Verschlechterung des Gesundheitszu-standes der Standort der betroffenen Person rasch eruieren und Hilfe z.B. durch das Entsenden des Rettungsdienstes geleistet werden. Aber nicht nur das: bei Vorliegen auf Verdacht eines Notfalls kann das Gerät auch geortet und der Rettungsdienst an diesen Standort ent-sendet werden.

Per Knopfdruck wird das Servicecenter des Roten Kreuzes alarmiert, von hier aus wird dann einerseits versucht, mit dem Klienten telefonisch Kontakt aufzunehmen – andererseits in Zusammenarbeit mit 144 Notruf Niederösterreich der Einsatz eines Rettungsmittels koordiniert. Kommt es aber tatsächlich einmal zu einer Fehlalarmierung – wenn etwa der Rufhilfe-Knopf versehentlich gedrückt wurde, der Klient dann aber telefonisch nicht erreicht werden kann – werden die entstehenden Kosten für den Einsatz des Rettungsdienstes dennoch nicht verrechnet, sondern durch das Rote Kreuz getragen.

Zusätzlich zum Rufhilfe-Gerät wird durch das Rote Kreuz ab sofort die neue Rotkreuz-Dose ausgegeben, die alle Rufhilfe-Klienten kostenfrei erhalten: diese setzt genau dort an, wo die Nahtstelle Notfallpatient und Rettungsdienst zum Tragen kommt. Die kleine Kunststoffdose, die im Kühlschrank als zentralen Ort in der Wohnung des Klienten aufbewahrt wird, beinhaltet einen standardisierten Informationsbogen über Krankheit und Medikamente, der vom Klienten selbst auszufüllen ist. Damit wird eine rasche Informationsweitergabe im Notfall an den Rettungsdienst sichergestellt, der diese als Information an Krankenhaus. Ein eigens gestalteter Rotkreuz-Aufkleber an der Eingangstüre informiert die eintreffende Mannschaft über das Vorhandensein dieser Rotkreuz-Dosen am Einsatzort.

Ein Rufhilfe-Gerät des Roten Kreuzes NÖ kostet bei einem aktiven analogen Festnetzanschluss € 26,- / Monat. Bei Glasfaser bzw. VOIP-Telefonie oder gar keinem Festnetzanschluss kommen die GSM-Geräte zu einem Tarif von € 39,- / Monat zum Einsatz. Die GPS-Geräte für unterwegs kosten ebenfalls derzeit € 39,- / Monat. Bei einem GPS-Rufhilfe-Gerät bedarf es keiner Installation, diese werden einfach ausgegeben und müssen nur mehr einge-schalten werden, dann sind sofort betriebsbereit.

Weitere Informationen zur Rufhilfe des Roten Kreuzes: 0820-820144 zum Ortstarif

Landesgeschäftsführer Thomas Wallisch, Rotes Kreuz NÖ, Hartwig Strohmaier, Landesgeschäftsführerin Andrea Winter, Rotes Kreuz NÖ, Landesrat Martin Eichtinger und Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz NÖ präsentieren die neue Rotkreuz-Dose
Fotos Pressekonferenz 3,4,6 Fotocredit: RK NÖ / L. Hürner
Fotos Rufhilfe 1+2: Fotocredit: RK NÖ / F. Schodritz

Informationen: Mag. Sonja Kellner, PhDr. Andreas Zenker, MSc., MBA, Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Niederösterreich, Pressesprecher, www.roteskreuz.at/noe