Baden: In den frühen Morgenstunden des 27.10.2011 zeigten eine Wienerin und ein Schweizer an, dass sie bei einer Pokerrunde auf einer Internetplattform von einem in England lebenden deutschen Staatsbürger betrogen worden seien.

Der deutsche Staatsbürger habe einen sog. Trojaner auf ihren Computern installiert, wodurch er die Möglichkeit gehabt hatte, ihre Karten auf seinem Computer zu sehen, und dadurch das Spiel zu beeinflussen.

Nach ihren Angaben verloren sie dadurch in den letzten Wochen einen Betrag von US$ 350.000 bzw. US $ 40.000 an ihren Mitspieler.

Da sich alle wegen der Poker EM in Baden aufhielten, suchten der Wiener und der Schweizer den Deutschen in seinem Hotel auf und setzten ihn dort unter Druck, ein Geständnis abzulegen. Dabei sperrten sie sich gemeinsam mit dem deutschen Staatsbürger in dessen Hotelzimmer ein, nahmen den Zimmerschlüssel an sich und befragten ihn über einen längeren Zeitraum zu seinen Betrügereien. Der so Genötigte gab die Betrügereien dann auch zu. Daraufhin fuhren sie mit ihm zur Stadtpolizei und erstatteten Anzeige.

Im Zuge der Einvernahme bei der Stadtpolizei widerrief der deutsche Staatsbürger sein Geständnis bzw. gab an, dass er von den beiden anderen Pokerspielern zu dem Geständnis gezwungen worden sei.

Über Weisung des zuständigen Staatsanwaltes wurden die Computer und Handys der drei Personen dem Landeskriminalamt zur Untersuchung durch Computerspezialisten übermittelt.

Die drei Personen werden nach Abschluss der Erhebungen, bei Gericht angezeigt. Der Deutsche wegen Internetbetrug, der Wiener und der Schweizer wegen Nötigung und Freiheitsentziehung.

Stadtpolizei Baden