Niederösterreich: Unfallzahlen an Eisenbahnkreuzungen gehen in Niederösterreich weiter zurück

Zahl der Eisenbahnkreuzungen seit dem Jahr 2000 nahezu halbiert
ÖBB setzen auf Sensibilisierung und Aufklärung der Verkehrsteilnehmer:innen
Verteilung von flyer „Achtung Eisenbahnkreuzung – Sicherheit hat Vorrang“

St. Pölten, 09.06.2021: Am Donnerstag, den 10. Juni, ist wieder der alljährliche ‚Internationale Tag für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen‘. Obwohl die Sicherheit im Netz der ÖBB steigt und die Unfallzahlen sinken, gab es vergangenes Jahr bundesweit insgesamt 66 Zusammenpralle bzw. Unfälle an Eisenbahnkreuzungen, einige davon leider auch mit tödlichem Ausgang. Der Rückgang gegenüber dem Jahr 2019 (80 Unfälle) beträgt rund 20 Prozent, gegenüber 2010 (109 Unfälle) 40 Prozent.

In Niederösterreich existieren aktuell noch rund 1.273 Eisenbahnkreuzungen. 2020 kam es dort zu insgesamt 21 Unfällen – bedauerlicherweise mit sechs Toten, einer schwerverletzten Person und fünf Leichtverletzten. Insgesamt ging die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Jahr 2019 um 28 Prozent (29 Unfälle) zurück – gegenüber 2010 (41 Unfälle) sogar um fast 50 Prozent.

Gewohnheit macht blind
Die häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit und Ablenkung der Straßenverkehrs-teilnehmer:innen. Auch Gewohnheit macht blind: Gerade ortsansässige Personen, die täglich Eisenbahnkreuzungen queren, sind besonders gefährdet. Ignorieren Autofahrer:innen Stopptafeln oder Lichtzeichenanlagen mit oder ohne Schranken an Eisenbahnkreuzungen, endet das oftmals böse. Denn Züge können weder ausweichen, noch zeitgerecht vor einem plötzlich auftretenden Hindernis stehen bleiben.

Maßnahmenbündel für mehr Sicherheit
„Um mehr Sicherheit für die Straßenverkehrsteilnehmer:innen zu gewährleisten, setzen wir ein Bündel an Maßnahmen“, erklärt Johann Pluy, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG, „von der Auflassung von Eisenbahnkreuzungen über bewusstseinsbildende Maßnahmen bis hin zur Rotlichtüberwachung. Die Zahl der Unfälle hat sich in den letzten 10 Jahren massiv reduziert, das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern weiter daran arbeiten, denn jeder Unfall ist einer zu viel.“

die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen
die technische Sicherung von Eisenbahnkreuzungen (d.h. eine Sicherung durch Lichtzeichenanlage mit oder ohne Schranken)
die Sensibilisierung vor den möglichen Gefahren
Rotlichtüberwachung – Überwachung der Beachtung des Rotlichtes von Lichtzeichenlanlagen durch Straßenverkehrsteilnehmer:innen an Eisenbahnkreuzungen

Auflassungen von Eisenbahnkreuzungen
Gab es im Jahr 2000 noch knapp über 6.000 Eisenbahnkreuzungen, so wurde die Anzahl mit derzeit 3.087 im österreichischen Netz der ÖBB nahezu halbiert. Durchschnittlich werden jährlich 25 Eisenbahnkreuzungen aufgelassen, letztes Jahr waren es mit 56, 30 davon in Niederösterreich, mehr als doppelt so viele wie im langjährigen Durchschnitt. Die meisten Auflassungen gab es 2020 an den folgenden Strecken:
Strecke Stadlau – Marchegg: 10 Auflassungen
Streckenabschnitt Bleiburg – Klagenfurt Hauptbahnhof: 5 Auflassungen
Strecke Lambach – Laakirchen – Gmunden Seebf.: 3 Auflassungen
Strecke Staatsgrenze n. Schönbichl – Reutte – Staatsgrenze n. Ehrwald-Zugspitzbahn (Außerfernbahn): 5 Auflassungen

Mit 1.595 ist die Mehrheit der Eisenbahnkreuzungen technisch gesichert – sind also mit Lichtzeichen und/oder Schranken ausgerüstet. Zusätzlich werden auch weitere technische Maßnahmen wie etwa Bodenmarkierungen oder der Einbau von Fahrbahnlichtern gesetzt, um die Aufmerksamkeit vor den Kreuzungen zu erhöhen.

„Wo Schienen die Landesstraßen queren, arbeiten wir laufend an einer Verbesserung der Sicherheitslage. In den letzten 10 Jahren haben wir rund 50 Bahnübergänge technisch mittels Lichtzeichen oder Schranken gesichert. Weitere 12 wurden so umgestaltet, dass es mit einer Über- oder Unterführung zu keiner Kreuzungssituation mehr kommt. Dafür haben wir als Land Niederösterreich 30 Mio. Euro in die Hand genommen. Weitere 18 Sicherungs-Projekte befinden sich noch in Bau oder in der Planung,“ sagt Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko.

Rotlichtüberwachung wird ausgebaut
Auch die Rotlichtüberwachung an Eisenbahnkreuzungen spielt eine immer größere Rolle. Derzeit sind solche Anlagen österreichweit an 100 Standorten aufgestellt. Aufgezeichnet wird, ob Straßenverkehrsteilnehmer:innen die Haltelinie überfahren, wenn die Lichtzeichen beim Bahnübergang „rot“ zeigen. Die Daten verbleiben ausschließlich bei der Polizei und werden aus Datenschutzgründen nicht an die ÖBB weitergegeben.

Verteilung von Flyern „Sicherheit hat Vorrang“
Der Flyer „Achtung Eisenbahnkreuzung – Sicherheit hat Vorrang“ informiert über das richtige Verhalten an Eisenbahnkreuzungen. Anlässlich des ‚Internationalen Tages für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen‘ werden österreichweit Flyer an Autofahrer:innen verteilt.

Sensibilisierung für die möglichen Gefahren an Eisenbahnkreuzungen
In nahezu 99 Prozent der Unfälle ist die mangelnde Aufmerksamkeit der Straßenverkehrsteilnehmer:innen das Problem. Der Bremsweg eines Zuges beträgt das Zehnfache im Vergleich mit dem eines Autos – manchmal sogar noch mehr. Daher ist das rechtzeitige Stehenbleiben eines Zuges vor einem Hindernis meist nicht möglich. Sensibilisierung spielt daher eine wichtige Rolle für die ÖBB:
Auf der Seite infrastruktur.oebb.at/eisenbahnkreuzungen informieren die ÖBB umfassend über das Thema Eisenbahnkreuzungen, inklusive zahlreicher Videos (Crash; Bremstest usw.) und einem Selbsttest „Wie verhalte ich mich richtig an Eisenbahnkreuzungen“?

Kooperationen mit Partner:innen wie dem ÖAMTC und der Sparte Fahrschulen der WKÖ
Sicherheitskampagne „Pass auf dich auf“
Plakat „Vorsicht Eisenbahnkreuzung“ an Bahnhöfen und an P&R Decks

Maßnahmen speziell für Jugendliche
Bei der Sicherheitskampagne „Pass auf dich auf“ geht es um Aufklärung vor möglichen Gefahren im Bahnverkehr, eine der Themen ist Sensibilisierung für das richtige Verhalten vor Eisenbahnkreuzungen. Alle Infos dazu unter www.passaufdichauf.at

Was tun, wenn man vom Schranken eingesperrt wird?
Sollten Autolenker:innen vom Schranken eingesperrt werden, hilft nur noch Gas geben. Die Schrankenbäume sind so konstruiert, dass sie beim Durchfahren nachgeben. Manchmal kann das Auto den Schranken auch einfach hochdrücken. Nach dem Durchfahren des Schrankens muss der Schaden der Polizei und der Kfz-Versicherung gemeldet werden.

Mehr Informationen und Video dazu unter: infrastruktur.oebb.at/eisenbahnkreuzungen

ÖBB: Heute. Für morgen. Für uns.
Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2020 insgesamt 287 Millionen Fahrgäste und über 95 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit rund 97 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von über drei Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen knapp 42.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich bis zu 1,3 Millionen Reisende und rund 1.300 Güterzüge sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

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Mag. Daniel Pinka, MAS
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
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DI Christopher Seif
Konzernkommunikation/Newsroom
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Pressesprecher Niederösterreich/Burgenland
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