LR Schwarz – Bildung heißt, Talente erkennen und fördern 

St. Pölten: Die Landwirtschaftliche Koordinationsstelle (LAKO) lud zur Veranstaltung „LAKO-Weitblick“ ins NV-Forum der NÖ Versicherung nach St. Pölten ein, bei der Philosoph Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann zum Thema „Bildung und Schule“ sprach.

Liessmann plädierte für mehr Ehrlichkeit darüber, was Bildung leisten kann und warnte vor Experimenten im Bildungsbereich. „In einer Welt, in der sich die Berufswirklichkeit schnell ändert, ist es umso wichtiger über Wissen und Reflexionsfähigkeit zu verfügen“, betonte Liessmann.

Er zeigt sich auch als Verfechter des dualen Ausbildungssystems in Österreich, das unbedingt beibehalten bzw. ausgebaut gehört, weil damit die Jugendarbeitslosigkeit wirksam bekämpft werden kann.

Im Bild von links: Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann und Bildungslandesrätin Mag. Barbara Schwarz.

Bildungslandesrätin Mag. Barbara Schwarz sieht als wesentliche Aufgabe von Bildung, Talente zu erkennen und zu fördern. „Das Ziel muss sein, auf positive Motivation und individuellen Interessen aufzubauen. Eine zentrale Rolle der Schule ist, dass Kinder und Jugendliche ihre Stärken erkennen und nützen lernen. Dabei ist die gute Infrastruktur mitentscheidend für den Lernerfolg der Schüler und für einen qualitätsvollen Unterricht der Lehrer“, so Schwarz. Anschließend stellte sich Liessmann der Diskussion, bei der sein aktuelles Buch „Geisterstunde“ im Mittelpunkt stand. Darin kritisiert er besonders die selbst ernannten Bildungsexperten, denen er Realitätsferne vorwirft. Hinter all der Polemik vertrat Liessmann aber auch vehement das Anliegen, dass der Bildung und dem Wissen wieder eine Chance gegeben wird.

nlk-liessmann-190315-02.jpg

Im Bild von links: Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, Bildungslandesrätin Mag. Barbara Schwarz und Generaldirektor Dr. Hubert Schultes.

Konrad Paul Liessmann (* 13. April 1953 in Villach) ist Philosoph, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Er ist Universitätsprofessor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Er erhielt 2003 den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln. Liessmann ist Österreichs „Wissenschaftler des Jahres 2006“.

Zu seinen bekanntesten Publikationen zählt die „Theorie der Unbildung: die Irrtümer der Wissensgesellschaft“ (2006), „Das Universum der Dinge: Zur Ästhetik des Alltäglichen“ (2010,) „Lob der Grenze“ (2012) und das aktuelle Buch „Geisterstunde: Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift“.

Informationen: Mag. Jürgen Mück, Abteilung Landwirtschaftliche Bildung, Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen NÖ, Amt der NÖ Landesregierung, www.lako.at , Fotos: NLK – Reinberger