1. Nach den letzten drei Jahren holte sich der österreichische Rallye-Staatsmeister auch bei der vierten Auflage der Rebenland-Rallye in der Südsteiermark den Sieg. Die Division II ging an Michael Böhm

Die Südsteiermark mit der bekannten Region Rebenland war auch heuer die zweite Station in der heimischen Rallyemeisterschaft. Für den internationalen Anstrich sorgten Teams aus insgesamt 9 Nationen. Start- und Ziel war wieder in Leutschach an der Weinstraße, wo sich auch das Zentrum der 4. Rebenland-Rallye befand.

Vom Wetter her gab es zwei völlig unterschiedliche Tage. War es am Freitag noch regnerisch und sehr kühl, so präsentierte sich die Region Rebenland am Samstag mit absolutem Kaiserwetter und frühsommerlichen Temperaturen um rund 10 bis 13 Grad Celsius.

Der MSC Wolfsberg mit Obmann Gerhard Leeb als Veranstalter sowie der Initiator und Motor der Veranstaltung Erich Plasch konnten wie schon in den drei Vorjahren eine sehr positive Bilanz ziehen.

„Für uns ist es wichtig, dass die Fahrer immer sehr gerne zur Rebenland-Rallye kommen, dies unter dem von ihnen selbstgewählten Motto, es sei eine Rallye mit Freunden. Dazu kommt die positive Akzeptanz zwischen der ansässigen Bevölkerung mit den Teams und den Aktiven. Natürlich ist für uns auch der wirtschaftliche Aspekt von besonderer Bedeutung. Dazu beigetragen haben rund 15.000 Zuschauer, die an den beiden Rallyetagen in die Region gekommen sind. Sehr wertvoll war auch die positive Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen.Besonderer Dank gilt dem Land Steiermark mit seinen genehmigenden Behörden, der Wirtschaftskammer Steiermark mit Präsident Ing. Josef Herk und Direktor Dr. Karl-Heinz Dernoscheg, der Marktgemeinde Leutschach an der Weinstraße sowie der Polizei, der Feuerwehr und der medizinischen Sicherheitsstaffel MSS in Zusammenarbeit mit der Rettung. Dies gilt natürlich auch unserem gesamten Organisationsteam, das wieder hervorragende Arbeit geleistet hat.“

Zum sportlichen Ablauf: Die oberste Stufe des Siegespodests der Rebenland-Rallye musste sich auch bei ihrem vierten Einsatz an keine neue Belastungsprobe gewöhnen. Nach 2012, 2013 und 2014 durfte sie auch heuer Raimund Baumschlager als Bühne des Erfolgs dienen. Der österreichische Rekord-Staatsmeister war in Leutschach wieder nicht zu bezwingen und landete nach 14 Sonderprüfungen einen alles in allem ungefährdeten Sieg.

Von Beginn weg war der Oberösterreicher Herr der Lage, obwohl sich den ersten SP-Sieg der deutsche Youngster Fabian Kreim holte. Der 22-jährige Skoda-Pilot aus Baumschlagers BRR-Team landete am Ende auf Rang drei und zählte somit zu den großen Überraschungen.

Weniger überraschend kam, dass Hermann Neubauer lange Zeit der einzige war, der zumindest den Anschein erweckte, als ob er Baumschlager fordern konnte. Wenn es aber nur ansatzweise knapp zu werden schien, drückte der Champion wieder aufs Tempo, um dann am Ende doch recht deutliche 49,8 Sekunden vor dem Salzburger im Ford Fiesta S2000 zu liegen.

Die Stimmen der ersten Drei:

Raimund Baumschlager: „Ich freue mich über meinen vierten Sieg hier im Rebenland. Eine Rallye, die mir offensichtlich besonders liegt. Es wäre vermessen zu behaupten, dass ich nicht auf meinen nächsten Meistertitel schiele. Die Ausgangsposition dazu ist sehr gut, ab der Wechselland-Rallye hoffe ich, im neuen Skoda Fabia R5 unterwegs zu sein.“

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Hermann Neubauer: „Für mich wäre freilich ein Sieg sehr wichtig. Ich bin aber mit meinem zweiten Platz auch zufrieden, weil ich damit gezeigt habe, dass ich auch taktisch fahren kann. Baumschlager war hier ein übermächtiger Gegner und verdienter Sieger. Im Lavanttal werde ich aber trotzdem wieder versuchen, ihn zu schlagen.“

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Fabian Kreim: „Ich habe nicht damit gerechnet, gleich bei meinem ersten Antritt hier aufs Podium zu fahren. Besonders der erste Tag mit dem Regen war sehr lehrreich für mich. Mein Ziel ist es, ganz nach oben zu kommen, und das möglichst bald.“

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Im internen Stallduell musste Mario Saibel, der lange Zeit an dritter Stelle lag, letztendlich Fabian Kreim den Vortritt lassen. Der österreichische Vizemeister landete auf dem vierten Platz. „Leider hat mich Fabian noch kurz vor Schluss abgefangen. Er war heute einfach der Bessere. Für mich ist aber der vierte Platz nach längerer Pause ein zufriedenstellendes Ergebnis.“

In der 2WD-Wertung holte Staatsmeister Michael Böhm (Suzuki Swift S1600) einen klaren Sieg. Der Steirer Daniel Wollinger (Opel Adam) lag am Ende über drei Minuten zurück, erntete aber als Klassen-Zweiter trotzdem viele Punkte in der Meisterschaft, die er nunmehr anführt.

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Böhm: „Ich bin rundum zufrieden. Nachdem wir die Jännerrallye ausgelassen haben, war das heuer unser erster Start, und da weiß man nie genau, wo man steht. Nun haben wir die Gewissheit, dass wir die absolut Schnellsten in unserer Klasse sind.“

Unbelohnt blieb in der Division II eine tolle Leistung von Simon Wagner. Mit seinem Peugeot 208 R2 lag der junge Mühlviertler bis kurz vor Schluss an zweiter Stelle, ehe ihm ausgerechnet SP 13 zum Verhängnis wurde. Wagner: „Ich bin auf dem Splitt ins Rutschen gekommen. Das Heck ist ausgebrochen und wir sind leider im Bachbett gelandet.“

Sieger in der Junioren-Staatsmeisterschaft wurde ein Slowene. Tim Novak (Skoda Fabia R2) war der Schnellste. Hinter ihm klassierten sich die beiden Steirer Kevin Raith und Christoph Lieb (beide Opel Corsa OPC) auf den Plätzen zwei und drei.

Bei der Rebenland-Rallye wurde auch um Punkte im Rallye Pokal der OSK gefahren. In der Division P1 ging der Sieg an Martin Jakubowics (Renault Clio) aus Niederösterreich. Damit liegt er gemeinsam mit dem Polen Grzegorz Sikorski mit je 20 Punkten in der Gesamtwertung vorne.

In der Division P2 gewann Martin Kalteis (Mitsubishi Evo VII) Er liegt mit Simon Wagner mit je 20 Punkten an der Spitze der Gesamtwertung.

Die Division P3 ging an den Italiener Alessandro Cepek (MG). Er liegt in der Zwischenwertung mit dem Österreicher Manfred Hinterreiter (je 20 Zähler) voran.

Einen österreichischen Erfolg gab es im Historischen Rallye Pokal der OSK. Hier holte Willi Rabl (Porsche 911) den Sieg vor dem Italiener Paolo Pasutti (ebenfalls Porsche 911).

Im Mitropa Rally Cup gewann der Slowene Aleks Humar (Renault Clio), nachdem die Favoriten Hermann Gaßner (D) und Bernd Zanon (It) vorzeitig ausgefallen sind. Gewinner im Mitropa Rally Cup Historic wurde der Italiener Paolo Pasutti (Porsche 911) vor den beiden Österreichern Eugen Friedl (Ford Escort) und Walther Stietka (VW 1302).

Endstand der Rebenland-Rallye 2015 nach 14 Sonderprüfungen: 1. Raimund Baumschlager/Klaus Wicha A/D Skoda Fabia S2000 1:43,41,5 Std 2. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel A/A Ford Fiesta S2000 +49,8 Sek 3. Fabian Kreim/Frank Christian D/D Skoda Fabia S2000 +1:45,0 Min 4. Mario Saibel/Ursula Mayrhofer A/A Skoda Fabia S2000 +1:49,9 Min 5. Michael Böhm/Katrin Becker A/D Suzuki Swift 1600 +6:39,7 Min 6. Gerald Rigler/Martin Rossgatterer A/A Peugeot 207 S2000 +7:23,4 Min 7. Alex Humar/Florjan Rus Slo/Slo Renault Clio R3 +10:14,9 Min 8. Daniel Wollinger/Bernhard Holzer A/A Opel Adam R2 +10:30,5 Min 9. Tim Novak/Uros Ocvirk Slo/Slo Skoda Fabia R2 +10:41,9 Min 10. Martin Kalteis/Günter Lang A/A Mitsubishi Evo VII +10:43,4 Min

Sonderprüfungsbestzeiten: Raimund Baumschlager 8, Hermann Neubauer 3, Fabian Kreim 2, Mario Saibel 1

Die wichtigsten Ausfälle: Gunthard Puchleitner (Unfall/SP 1), Hermann Haslauer Unfall/SP 1), Ossi Posch (Unfall/SP 1), Hermann Gaßner (techn. Defekt/SP 7), Stefan Fritz (Unfall/SP 9), Robert Surtmann (techn. Defekt/SP 10), Bernd Gebetsberger (techn. Defekt/SP 10), Bernd Zanon (Unfall/SP 11), Simon Wagner (Unfall/SP 13), Maximilian Koch (Unfall/SP 13), Andreas Mörtl (techn. Defekt/SP 13).

Punktestände nach dem zweiten Staatsmeisterschaftslauf

ORM: 1. Raimund Baumschlager (Ö) 47 Punkte, 2. Kajetan Kajetanowicz (Pl) 28, 3. Hermann Neubauer (Ö) 20, 4. Jaromir Tarabus (Tch) 17, 5. Mario Saibel (Ö) 16.

ORM-2WD: 1. Daniel Wollinger (Ö) 38 Punkte, 2. Michael Böhm (Ö) und Slawomir Ogryzek (Pl) je 28, 4. Kristof Klausz (Ung) 17.

Nächster Rallye-Staatsmeisterschaftslauf: 10./11. April 2015 Lavanttal-Rallye in Wolfsberg, Kärnten

Informationen: Armin Holenia, Wolfgang Nowak, Sportpressedienst, Fotos: IG Rallye Fotoservice (Harald Illmer), www.rebenland-rallye.at