St. Pölten: Die heimische Chemieindustrie ist um ein weltweites Vorzeigeunternehmen reicher: Der St. Pöltener EPS-Formteilerzeuger Salzer Formtech macht mehr für Mitarbeiter- und Umweltschutz als er von Gesetzes wegen müsste und wurde dafür mit dem international anerkannten Responsible Care-Zertifikat ausgezeichnet.

Das Engagement lohnt sich: In Responsible Care-Betrieben wurden die Arbeitsunfälle in zehn Jahren halbiert, der Wasserverbrauch ging um 56, die flüchtigen organischen Verbindungen um 43 Prozent zurück.

Salzer Formtech ist ein Spezialanbieter von Formteilen aus EPS (expandierfähiges Polystyrol), landläufig als Styropor® bekannt. Mit seinen hochtechnischen Produkten – von Verpackungsmaterialien, Elementen für Leichtbaudächer in Sportwägen oder High Tech-Kerne für Lautsprechermembranen in Smart Phons – ist das St. Pöltner Traditionsunternehmen Salzer Formtech GmbH am heimischen Markt führend. Als einziges Unternehmen Österreichs stellt es Formteile mit verhauteter Oberfläche in großen Stückzahlen her.

Salzer Formtech wird zum ersten Mal Responsible Care zertifiziert: Die gleiche Energie, die der 32 Mitarbeiter starke Betrieb in die Entwicklung seiner Produkte investiert, steckt er auch in Umweltschutz, Ressourcenschonung und Sicherheit bei der Produktion und erhält dafür zum ersten Mal das anspruchsvolle Responsible Care-Zertifikat verliehen. Damit zählt Salzer Formtech zur Weltspitze im nachhaltigen Wirtschaften. Denn: Responsible Care basiert auf Freiwilligkeit und überprüft die Einhaltung von Anforderungen, die weit über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen.

Wolfgang Spanny, Geschäftsführer Salzer Formtech: „Responsible Care passt perfekt zu unserer Betriebsphilosophie! Statt nur in der Theorie werden dabei Effizienz, Sicherheit und Ressourcenschonung praktisch umgesetzt. Das war nicht immer leicht, hat uns aber echt weitergebracht!“

Messbare Effekte durch Responsible Care: Responsible Care bewertet das unternehmerische Handeln von Anlagensicherheit, Arbeitnehmerschutz und Abfallwirtschaft über Lärm, Luft und Lagerung von Rohstoffen bis hin zu Management, Transport und Energiewirtschaft. Die positiven Effekte sind messbar: Von 2000 bis 2010 werden die flüchtigen organischen Verbindungen bei Responsible Care-Betrieben um 43 Prozent reduziert, der Wasserverbrauch für Prozess- und Kühlwasser gar um 56 Prozent und die gefährlichen Abfälle um 12 Prozent – und das bei gleich bleibendem Rohstoffeinsatz.

Auch bei der Arbeitnehmersicherheit punkten Responsible Care-Betriebe: Von 2000 bis 2010 wurde ein Rückgang der Arbeitsunfälle um 50 Prozent verzeichnet.

Unternehmerischer Nutzen und Verwaltungsvereinfachungen: Neben Salzer Formtech bekennen sich noch 35 weitere Standorte in Österreich zu dem umfangreichen Maßnahmenkatalog von Responsible Care: Rund ein Drittel aller Beschäftigten in der chemischen Industrie arbeitet in einem Responsible-Care-Betrieb, sie produzieren etwa 40 Prozent des Produktionswertes der chemischen Industrie. „Die Unternehmen, die sich an Responsible Care beteiligen, leisten nicht nur einen essenziellen Beitrag, um die Situation der Beschäftigten und der Umwelt zu verbessern, sie ziehen auch großen unternehmerischen Nutzen daraus“, betont Sylvia Hofinger, GF Fachverband Chemische Industrie Österreich.

Dominique Schröder, Responsible Care-Expertin im Fachverband Chemische Industrie Österreich, ergänzt: „Responsible Care wird in Österreichs chemischer Industrie zusehends zum gelebten Konzept. Die Prüfer können ihre bisherigen Erfahrungen, die sie bei anderen Audits gemacht haben, einbringen und übernehmen so auch eine Beratungsfunktion: Sie helfen, der ‚Betriebsblindheit’ vorzubeugen.“ Seit heuer profitieren die zertifizierten Unternehmen auch durch Verwaltungsvereinfachungen im Rahmen des Umweltmanagementgesetzes. Denn: 2012 hat Responsible Care die rechtliche Anerkennung in Österreich erlangt. Eine enorme Erleichterung für die Unternehmen.

Informationen-Foto: Mag. Verena Brandtner, wortart – Agentur für Kommunikation