Niederösterreich- Wien: In Folge umfangreicher Erhebungen konnte von der Suchtmittelgruppe des Landeskriminalamts Niederösterreich in Zusammenarbeit mit Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität des Landeskriminalamts Niederösterreich eine 16-köpfige Gruppe von mazedonischen Tatverdächtigen ausgeforscht werden. 

Die Gruppe soll in diversen Parks im Großraum Wien seit Anfang 2008 bis Ende November 2008, mit kurzen Unterbrechungen täglich bis zu 200 Gramm Heroin in Verkehr gesetzt haben. 14 Mitglieder dieser Gruppe konnten in den letzten Monaten ausgeforscht, festgenommen und in die Justizanstalt Wien Josefstadt eingeliefert werden. Gegen alle Verdächtigen wurde in weiterer Folge die Untersuchungshaft verhängt.

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Gegen den flüchtigen Zoltan HORVATH besteht ein Haftbefehl. Um Veröffentlichung des angeschlossenen Lichtbildes zu Fahndungszwecken wird ersucht. Das Einverständnis der zuständigen Staatsanwaltschaft liegt vor.

Dieser Gruppe von Beschuldigten kann im Zeitraum von Anfang 2008 bis zuletzt Ende November 2008, aufgrund der bisherigen Erhebungen, Überwachungen und Einvernahmen die Einfuhr von Mazedonien und der gewerbsmäßige Verkauf von insgesamt ca. 27 bis 30 Kilo Heroin zu € 40 bis 50 pro Gramm zugeordnet werden. Das in Verkehr gesetzte Heroin hat einen Straßenverkaufswert zwischen € 1.100.000 und 1.500.000. Weiters wurden im Zuge mehrere Hausdurchsuchungen im Großraum Wien insgesamt ca. 230 Gramm Heroin und € 27.865 Bargeld sichergestellt.

Organisiert und kontrolliert soll der Suchtmittelschmuggel und -handel großteils über diverse Call- und Internetshops von einer mazedonischen Gruppe von Beschuldigten von Veles/Mazdonien aus worden sein. Diese Gruppe steht im Verdacht, zahlreiche Herointransporte per Linienbus und PKWs von Mazedonien nach Österreich organisiert zu haben.

Weiters sollen von dieser kriminellen Gruppe in den letzten Monaten regelmäßig junge Personen mazedonischer oder ex-jugoslawischer Herkunft angeworben, diese teilweise mit gefälschten Reisepässen und Personalausweisen ausgestattet und auf dem Seeweg nach Italien und dann mit PKWs nach Österreich eingeschleust worden sein. In Österreich angekommen, dürften sie mit der bestehenden Tätergruppe in Kontakt getreten sein, wurden in verschiedensten Wohnungen untergebracht und im Drogenverkauf eingeschult. In den folgenden Wochen und Monaten soll es zu ihren Aufgaben gezählt haben, größere Heroinlieferungen in Wien zu übernehmen, diese zu verstecken, verkaufsfertig zu verpacken und in verschiedensten Parks in Verkehr zu setzen.

Für ihre Tätigkeiten sollen die Mitglieder dieser Gruppe mit 10 % am jeweiligen Tagesumsatz beteiligt worden sein. Da die Mitglieder dieser Gruppe auf diese Weise pro Tag bis zu € 800 verdienten, war es für die Organisatoren in Mazedonien nie ein Problem, neue Mitglieder anzuwerben.

Das durch den Drogenverkauf erwirtschaftete Geld, insgesamt ca. € 1.100.000 bis € 1.500.000 dürfte entweder persönlich mit Kurieren oder über Geldinstitute nach Mazedonien verbracht bzw. überwiesen worden sein.

* Suchtmittelabnehmer: Zusätzlich wurden weitere 16 Suchtmittelabnehmer aus dem Großraum Wien und Niederösterreich ausgeforscht, festgenommen und nach § 28a Abs. 2, 3 u. 4 SMG der Staatsanwaltschaft Wien zur Anzeige gebracht. Weitere 12 Suchtmittelabnehmer dieser Gruppe wurden ebenfalls wegen Verbrechens n. § 28 Abs. 2, 3 u. 4 SMG ausgeforscht und Anzeige auf freiem Fuß erstattet. Diesen insgesamt 28 Suchtmittelabnehmern konnte zugeordnet werden, dass sie das von dieser Tätergruppe erworbene Heroin nicht nur für ihren Eigenkonsum, sondern auch für den gewerbsmäßigen Weiterverkauf erworben haben dürften.

Weiters wurden im Zuge der weiteren Erhebungen insgesamt ca. 60 Suchtmittelkonsumenten aus Wien und Niederösterreich, welche von dieser Tätergruppe Heroin gekauft haben sollen, ausgeforscht, vernommen und n. § 27 SMG der StA Wien zur Anzeige gebracht.

Derartig hohe Tagesumsätze und Kundenzahlen waren nur möglich, weil das von dieser Tätergruppe in Verkehr gesetzte Heroin über die letzten Monate konstant eine überdurchschnittlich gute Qualität (bis zu 53 % Reinheitsgehalt) aufwies und der Preis im Vergleich dazu sehr gering war (€ 40 bis € 50 pro Gramm).

* Raubüberfälle: In Folge der laufenden Erhebungen konnte weiters ein Brüderpaar ausgeforscht werden, das im Verdacht steht, in den letzten Monaten im Großraum Wien, zur Finanzierung ihres hohen Heroinkonsums, insgesamt 8 Raubüberfälle, bewaffnet mit einem Messer oder durch Drohung mit Gewalt, begangen zu haben. Geraubt wurden neben Bargeld und Mobiltelefonen auch Suchtmittel. Die Raubopfer sind großteils im Suchtmittelmilieu anzusieden.

Hinweise zum flüchtigen Zoltan HORVATH bitte an den Dauerdienst des Landeskriminalamts Niederösterreich unter der Telefonnummer 059133/30-3333.