Polizeibericht: Beamte des Landeskriminaldienstes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität, haben am Nachmittag des 3. Juni 2020 in Wien einen 27-Jährigen und drei 30-Jährige, alle aus Wien,

mit Unterstützung der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität des Landeskriminalamtes Niederösterreich beim Suchtmittelhandel in Wien Liesing auf frischer Tat betreten und vorläufig festgenommen.

Ein 30-jähriger Beschuldigter leistete bei seiner Festnahme Widerstand, indem er sich mit einem Pkw der Anhaltung entziehen wollte und dabei drei Dienstkraftfahrzeuge der Polizei und das von ihm gelenkte Fahrzeug beschädigte. Der entstandene Sachschaden an den Polizeifahrzeugen beträgt 12.900 Euro.

Bei anschließenden Hausdurchsuchungen in Wien stellten die Polizeibediensteten
– ca. 8,2 Kilogramm Kokain
– ca. 21 Kilogramm Cannabiskraut
– 1 Cannabisanlage mit 150 Stück Cannabispflanzen (getrocknet ca. 3,2 Kilogramm Cannabiskraut)
– 103.000 Euro Bargeld, das aus Suchtmittelverkäufen stammen dürfte
– ca. 12 Kilogramm Silbermünzen im Wert von ca. 6.000 Euro sicher.

Die weiteren Erhebungen der Ermittler ergaben, dass das am 3. Juni 2020 sichergestellte Cannabiskraut vermutlich in einer Cannabisanlage in Ungarn produziert worden ist und mit einem slowenischen Lkw nach Österreich geschmuggelt worden sein soll. Auf diesem Weg sollen am 2. Juni 2020 mindestens 35 Kilogramm nach Österreich geschmuggelt und etwa 15 Kilogramm an diverse Abnehmer in Wien verkauft worden sein. Dadurch konnten die Polizisten auch so einen hohen Bargeldbetrag sicherstellen.
Die vier Beschuldigten wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert. Davon wurde ein 30-Jähriger am Landesgericht Wien bereits zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten rechtskräftig verurteilt. Der 27-Jährige wurde zu einer teilbedingten Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt.

Darüber hinaus kam es zu weiteren Festnahmen:
Der Lenker des Sattelzugfahrzeuges, ein 47-jähriger kroatischer Staatsbürger, der am 2. Juni 2020 die 35 Kilogramm Cannabiskraut nach Österreich geschmuggelt haben soll, wurde aufgrund einer europäischen Festnahmeanordnung am 29. August 2020 in Slowenien festgenommen und am 15. September 2020 nach Österreich ausgeliefert. Er befindet sich derzeit in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in Untersuchungshaft.

Ein 35-jähriger in Wien lebender deutscher Staatsbürger wurde als Suchtmittelabnehmer ausgeforscht und am 9. Juni 2020 in Wien von den Polizisten festgenommen. Die Polizeibediensteten fanden in seiner Wohnung etwa 2,3 Kilogramm getrocknete Cannabisblüten, einen niedrigen vierstelligen Eurobetrag sowie auf seiner Dachterrasse eine Cannabisoutdooranlage mit 40 Stück Cannabispflanzen vor und stellten alles sicher. Er wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert.

Die Ermittler forschten einen weiteren Suchtmittelabnehmer aus, nämlich einen 32-jährigen in Wien lebenden deutschen Staatsbürger. Er wurde aufgrund einer europäischen Festnahmeanordnung am 21. Oktober 2020 in Spanien festgenommen und befindet sich derzeit in Auslieferungshaft. Bei einer richterlich angeordneten Dursuchung seiner angemieteten Wohnung in Wien betraten die Polizeibediensteten dort einen 32-jährigen deutschen Staatsbürger mit großen Mengen Suchtmittel. In der Wohnung stellten die Beamten eine Cannabisindooranlage mit 360 Stück Cannabispflanzen, ca. 80 Gramm getrocknete Cannabisblüten sowie mehrere Behälter zur Aufzucht von psilozybinhaltigen Pilzen sicher. Der 32-Jährige wurde in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert.

Lichtbilder © LPD NÖ

Mit freundlichen Grüßen,
Walter Schwarzenecker, AbtInsp., LPD-NOE