St. Pölten: Am 04.09.09 wurde im Rahmen einer Pressekonferenz der Startschuss für den „Elektronischen Produktepass“ gegeben, der im Lebensmittelbereich eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der einzelnen Rohstoffe entlang der gesamten Produktionskette ermöglicht.

Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav und Agrarlandesrat Dr. Stephan Pernkopf präsentierten das neue System, das vorerst im Getreidebereich für mehr Transparenz sorgt – für garantierte Sicherheit vom Feld bis zum fertigen Gebäck!

Weiters am Podium: ecoplus-Geschäftsführer Mag. Helmut Miernicki und DI Ernst Gauhs, RWA Raiffeisen Ware Austria AG, der als Projektverantwortlicher auch bereits praktische Erfahrungen mit dem „Elektronischen Produktepass“ gemacht hat.

Im Bild von links: DI Ernst Gauhs (RWA Bereichsleiter Landwirtschaftliche Erzeugnisse), Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav, Agrarlandesrat Dr. Stephan Pernkopf, Mag. Helmut Miernicki (ecoplus-Geschäftsführer), Foto: Thule Jug

Während weltweit Lebensmittelskandale die KonsumentInnen verunsichern, ist auf Lebensmittel aus Niederösterreich auch in Punkto Sicherheit Verlass. Im Getreidebereich geht man jetzt noch einen Schritt weiter: Im Rahmen eines Projekts des Lebensmittel Cluster NÖ wurde ein „Elektronischer Produktepass“ entwickelt, der erstmals eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der einzelnen Rohstoffe möglich macht.

Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav: „Der Lebensmittelsektor gehört zu den bedeutendsten Bereichen der niederösterreichischen Wirtschaft. Der „Elektronische Produktepass“ trägt dazu bei, die gesamte Branche weiter zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Er trägt dem Wunsch der KonsumentInnen nach regionalen Lebensmitteln mit nachvollziehbarer Herkunft Rechnung und eröffnet so unseren Betrieben neue Marktchancen und Zielgruppen.“

Hinter dem Elektronischen Produktepass verbirgt sich eine elektronische Schnittstelle, die erstmals einen einfachen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Computerprogrammen, die im Lebensmittelbereich verwendet werden, ermöglicht. So sind nicht mehr nur die direkten Lieferanten und Abnehmer, sondern alle Betriebe in der Produktionskette schnell und unkompliziert sichtbar.

Agrarlandesrat Dr. Stephan Pernkopf: „Den neuen „Elektronischen Produktepass“ sehe ich als probates Mittel gegen Produkte wie „Schummelkäse“ oder „Schummelschinken“. Mit dem Produktepass haben wir eine effektive Beweisführung von Marken- und Qualitätsprogrammen gegenüber Kunden und Konsumenten. Diese neue Lebensmittelinitiative ist eine zusätzliche Qualitätssicherung. Das Land Niederösterreich hat 2008 qualitätssichernde Maßnahmen im Lebensmittelbereich insgesamt mit 7,3 Millionen Euro unterstützt.“

Ausgangspunkt für die Entwicklung des „Elektronischen Produktepasses“ ist die EU-Verordnung zur Rückverfolgbarkeit von Lebens- und Futtermitteln. Sie besagt, dass alle Inhaltsstoffe in jeder Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufe dokumentiert und jederzeit nachweisbar sein müssen.

„Die EU-Verordnung zur Lebensmittelrückverfolgbarkeit macht Sinn“, so DI Ernst Gauhs; RWA Bereichsleiter Landwirtschaftliche Erzeugnisse. „Wir gehen aber noch einen Schritt weiter: mit dem „Elektronischen Produktepass“ ist der Weg der Lebensmittel vom Acker bis zum Konsumenten sozusagen per Knopfdruck abrufbar. Händler und Verarbeiter, die sich entscheiden den „Elektronischen Produktepass“ zu nutzen, profitieren unter anderem von einem verringerten administrativen Aufwand.“

Details zum „Elektronischen Produktepass“ finden interessierte Betriebe unter www.produktepass.at 

Träger des Projekts „Elektronischer Produktepass“ ist die Börse für landwirtschaftliche Produkte in Zusammenarbeit mit der WKNÖ – Landesproduktenhandel, der Landwirtschaftskammer NÖ, dem Lebensmittel Cluster NÖ und dem Land Niederösterreich.

Informationen: ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH, www.ecoplus.at , www.wirtschaftszentrum.at