St. Pölten: „Wie machen wir Weihnachten heuer?“ fragte Weihbischof Anton Leichtfried bei der Weihnachtsmesse mit den Insassen der Justizanstalt St. Pölten am 22.12.11.

Dabei sei es ein „großes Missverständnis, dass wir Menschen Weihnachten machten könnten, sondern Weihnachten ist ein großes Geschenk Gottes an uns“.

Wir hätten uns die Ankunft Gottes sicher anders vorgestellt, sagte Leichtfried. Das Leben Jesu habe jedoch außerhalb der Stadt und außerhalb der Herberge begonnen. „Er hatte keine Berührungsängste mit der Welt wie sie ist.“ Jesus sei der Retter von jedem von uns, durch ihn gebe es in jeder Situation und an jedem Ort Hoffnung. Vor Gott könne nichts verborgen werden, die Häftlinge bräuchten jedoch auch gar nichts zu verbergen, betonte der Weihbischof: „Er liebt uns so, wie wir sind.“

Durch die Geburt Jesu sei „die Welt nicht mit einem Schlag besser geworden“, da Gott nicht unseren freien Willen übergehe. „Gott will uns nicht verzaubern“, erklärte Leichtfried, „sondern erlösen“. Daher seien auch wir Menschen gefordert mitzuarbeiten, „denn wir müssen ihn dafür aufnehmen“. Gott wolle mit seinem Frieden in unser Leben kommen und sich uns schenken.

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Gefangenenseelsorger Prälat Josef Wansch verglich die soziale Situation der Insassen der Justizanstalt mit der damaligen gesellschaftlichen Situation der Hirten auf dem Feld: „niedrig, ausgestoßen und verachtet“. Doch gerade in dieser Situation seien die Menschen aufgerufen, „dem Stern in der Nacht zu folgen und Jesus zu finden“. Wenn der „Schutt unserer Sünden und Fehler“ aus unseren Herzen weggeschafft werde, „stoßen wir auf den lebendigen Gott und seinen Sohn“, so Wansch. Die Geschenke – Weihnachtspäckchen der Katholischen Frauenbewegung – seien nur ein Symbol für das große Geschenk Gottes an uns.

Die musikalische Gestaltung der Feier in der Justizanstalt St. Pölten übernahm der Chor der Pastoralen Dienste der Diözese unter der Leitung von Johann Simon Kreuzpointner.

Informationen-Fotos: www.dsp.at