St. Pölten: Im Vorfeld des heurigen Weltwassertages konnte Umweltlandesrat Josef Plank am 13.03.08 im Landtagssitzungssaal in St. Pölten weitere fünf niederösterreichische Gemeinden als „NÖ Wassergemeinden“ auszeichnen und die Preise für den Wettbewerb „Junge Forschung.WASSER 2008“ vergeben.

Für Umweltlandesrat Josef Plank ist für den Schutz des Wassers ein wissenschaftlicher Zugang ebenso wichtig wie eine breite Bewusstseinsbildung für einen sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

„Mit der Aktion der NÖ Wassergemeinden wollen wir in den Gemeinden eine offene Diskussion über das Wasser herbei führen. Die Menschen in den Gemeinden könne so mit ihren Wünschen, Problemen und Sorgen, aber auch Lösungsvorschlägen und Ideen die Wasserzukunft der Gemeinden aktiv mitgestalten.“

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Im Bild von links: Dr. Burkhard Hofer (EVN-Vorstandsdirektor), Christine Reiler (Miss Austria 2007), Landesrat DI Josef Plank, Andreas Jäger (Meteorologe). Foto: NÖ-Landespresse Raimund Boltz

Als „NÖ Wassergemeinden“ wurden Brunn am Gebirge, Krumau am Kamp, Sitzenberg-Reidling, Tattendorf und Traumau ausgezeichnet. Mit den im Vorjahr ausgezeichneten Gemeinden Amstettem, Gerasdorf, Grafenwörth, Krumbach und Mistelbach gibt es nun schon zehn „NÖ Wassergemeinden“, die eine Vorreiterrolle im Umgang mit Wasser eingenommen haben.

Die Aktion „NÖ Wassergemeinden“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landes Niederösterreich mit dem Umweltdachverband und “die umweltberatung“. Gemeinden, die eine „NÖ Wassergemeinde“ werden wollen, erstellen einen Wasserentwicklungsplan, in dem sie sich mit allen Wasserthemen, die in der Gemeinde wichtig sind, auseinander setzen und dabei die Bevölkerung aktiv mit einbeziehen.

Wo steht die Gemeinde derzeit im Umgang mit Wasser? Welche Ziele hat sie und welche Maßnahmen sind nötig, um diese Ziele zu erreichen. Der thematische Bogen spannt sich von der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung über den Grundwasser- und Fließgewässerschutz bis hin zum Schutz vor Hochwasser. Quer durch alle Themen zieht sich die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung für den Wert des Wassers.

Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes, unterstrich die Bedeutung eines gestärkten Wasserbewusstseins: „In den Wassergemeinden soll das Wasser zum Thema werden. Denn der Schutz dieser kostbaren Ressource kann nur funktionieren, wenn jede und jeder Einzelne sorgsam mit dieser einzigartigen Lebensgrundlage umgeht.“

In einem eigenen Wettbewerb der NÖ Wassergemeinden wurden konkrete Umsetzungsmaßnahmen prämiert: Sieger des Wettbewerbes ist die Marktgemeinde Brunn am Gebirge für die Renaturierung des Krotenbaches. Platz 2 ging an die Marktgemeinde Krumau am Kamp für die Umgestaltung eines Teiches beim Kinderspielplatz und Platz 3 an die Stadtgemeinde Amstetten für eine Fischaufstiegshilfe an der Url. Mit dem Sonderpreis der Gemeindevertreterverbände wurde die Gemeinde Tattendorf für ein ökologisch orientiertes Hochwasserschutzprojekt ausgezeichnet.

Am gleichen Abend wurden auch die Preise des Forschungswettbewerbes „Junge Forschung.WASSER 2008“ vergeben. Umweltlandesrat Josef Plank: „Neben der Bewusstseinsbildung rund um das Wasser brauchen wir auch innovative Ideen, um den Schutz des Wassers langfristig abzusichern. Wir wollen damit vor allem junge Menschen zur wissenschaftlichen Forschung anregen, um schon heute die Grundlagen für eine intakte Wasserzukunft zu legen.“

Das Land Niederösterreich, EVN Wasser und der Forschungsfonds „Lebensmittel Wasser“ vergaben heuer zum zweiten Mal den Forschungswettbewerb Junge Forschung.WASSER. Die Ausschreibung erfolgte in je einer Kategorie für AHS/BHS/berufsbildende Schulen und Universitäten/Fachhochschulen. Der Preis ist je Kategorie mit € 4.500 dotiert.

In der Kategorie I – Schulen wurden folgende Arbeiten prämiert: 1. Preis: Jahrgang 4B der Fachschule für Gartenbau in Langenlois für das Projekt „ÖKO beißt nicht – Gärtner für eine grüne Umwelt“. Im Ökologieunterricht befassten sich die SchülerInnen mit den Themen Wasser-Abwasser, Energieversorgung, Abfallentsorgung usw. mit dem Ziel eines bewussten Umganges mit den natürlichen Ressourcen und der Umsetzung verschiedener Ideen zu Hause und im Schulumfeld. Dadurch wurde auch eine Reduktion des Wasserverbrauches in der Schule erreicht.

2. Preis Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Tulln für eine Projektarbeit über die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung der Stadt Tulln.

In der Kategorie II – Universitäten/Fachhochschulen wurden folgende Preise vergeben: 1. Preis: DI Dr. Stefan Achleitner, Universität Innsbruck, Institut für Infrastruktur für die Dissertation „Modular conceptual modelling in urban drainage – development and application of CITY DRAIN“. Der Preisträger entwickelte eine Software, um städtische Abwassersysteme optimal planen und betreiben zu können und eine Maximum an Gewässerschutz zu erzielen.

2. Preis: Der zweite Preis wurde für zwei gleichwertige Einreichungen vergeben: DDipl.-Ing. Franz Friedl, TU Graz, Institut für Siedlungwasserwirtschaft und Landschaftswasserbau für die Diplomarbeit „Einfluss der Verkehrslast auf die Schadenshäufigkeit von Trinkwassernetzen“. Bei dieser Arbeit wurde wurde der Zusammenhang zwischen Schäden an erdverlegten Wasserrohrleitungen und Verkehrsbelastungen in städtischen Rohrleitungsnetzen untersucht.

Mag. Johannes C. Draxler, Karl-Franzens-Universität Graz für die Arbeit „Ermittlung der durch die Bewässerungsentnahmen zu korrigierenden Niederschlagsganglinien fürs Marchfeld“. Mit dieser Arbeit wurden wesentliche Grundlagen für ein Grundwassermodell für das Marchfeld erstellt.

 Informationen: www.wasseristleben.at