Die Bundesländer Niederösterreich, Vorarlberg und Wien bekräftigen ihre Technologiekooperation. Dies ist das Ergebnis von Gesprächen der für Wirtschaft zuständigen Stadt- bzw. LandesrätInnen von Wien, Vorarlberg und Niederösterreich.

Ein länderübergreifendes Konsortium rund um das AC2T-Kompetenzzentrum für Tribologie am Technopol Wiener Neustadt ist unmittelbarer Gewinner dieser Zusammenarbeit: es erreicht damit einen hohen Grad an Vernetzung. Eine ideale Voraussetzung für die laufende Bewerbung um ein K2-Kompetenzzentrum des COMET-Programms. Die Finanzierung einer neuen Stiftungsprofessur für Tribologie an der TU Wien durch das Land Niederösterreich stärkt diese Bewerbung zusätzlich.

„Länderübergreifende Technologiekooperationen schaffen jene kritische Masse, die wir in Österreich brauchen. Nur mit dieser können wir im internationalen Forschungswettbewerb wahrgenommen werden“, meint Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav, „ich freue mich daher sehr, dass wir mit der Wiener Vizebürgermeisterin Mag. Brauner und dem Vorarlberger Landesrat Mag. Rüdisser eine Stärkung der gemeinsamen Forschungsanstrengungen vereinbaren konnten.“

Unmittelbarer Gewinner dieser Vereinbarung ist ein Konsortium um das Kompetenzzentrum AC2T am Technopol Wiener Neustadt, welches sich derzeit als „XTribology – Excellence Centre of Tribology“ um ein K2-Kompetenzzentrum des COMET-Programms bewirbt. Mit dem Konsortium von Partnern aus Wien, Vorarlberg und Niederösterreich wird eine kritische Größe gesichert, die wiederum internationale Wahrnehmung und Vernetzung bedeutet. Ideale Voraussetzungen also für das beantragte „Europäische Exzellenzzentrum für Tribologie“ mit Schwerpunkt auf industrierelevante Forschung im Bereich Schmiermitteltechnologie und Verschleißerscheinungen.

Zum Ausbau dieser zukünftigen Technologiekooperationen meint die Wiener Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag. Renate Brauner: „Eine kritische Größe an Kompetenz und Infrastruktur ist wesentlich, um im internationalen Forschungswettbewerb zu bestehen. Länderübergreifende Forschungskooperationen sind das geeignete Mittel dazu. Im Bereich der Tribologie steht das Kompetenzzentrum XTribology – Excellence Centre of Tribology, an dem die TU Wien mit 12,3 Prozent beteiligt ist, kurz vor einer solchen Dimension. Daher begrüße ich alle Bestrebungen, die länderübergreifende Kooperation auszuweiten, um so auch für dieses Forschungsgebiet internationale Exzellenz zu erreichen.“

Neben der TU und der Universität Wien sind namhafte Firmen aus der Bundeshauptstadt Partner in diesem Konsortium. Exemplarisch für die Industriepartner formuliert der Geschäftsführer der Wiener Firma Schiebel Elektronische Geräte, Mehrdad Khalili, die Vorteile eines K2-Zentrums für sein Unternehmen: „Das K2 Zentrum XTribology ist für uns aufgrund der Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Topexperten und deren Forschungseinrichtungen von wesentlichem Interesse. Wir freuen uns, dass internationale Partner unsere Expertise nutzen und wir damit einen Beitrag zur Internationalisierung der österreichischen Forschungskompetenz leisten können."

Die Unterstützung des Lands Vorarlberg sichert im Rahmen der Bewerbung um das K2-Kompetenzzentrum die Bündelung weiterer internationaler Kompetenzen – und schafft gleichzeitig zusätzliche, positive Erfahrungen mit länderübergreifenden Forschungskooperationen. Dazu der Vorarlberger Landesrat Mag. Karlheinz Rüdisser: „Das Vorarlberger Kind-Kompetenzzentrum für Tribotronic und technische Logistik konnte seit dem Jahr 2004 wertvolle Forschungsergebnisse für den Industriebedarf weiter entwickeln. Gemeinsam mit dem AC2T und der TU Wien konnten wir so für Österreich auf dem Gebiet der Tribologie eine international anerkannte Spitzenstellung erreichen. Die Bündelung dieses Know-hows in einem zukünftigen K2-Kompetenzzentrum wird es erlauben diese Stellung zu erhalten und auszubauen. Ich sehe das als beispielhaft für die wichtige Rolle einer verstärkten Technologiekooperation unserer drei Bundesländer.“

Zusätzlichen Rückenwind erhält die Tribologie in Österreich durch eine vom Land Niederösterreich finanzierte Stiftungsprofessur. Dazu Landesrätin Dr. Bohuslav: „Exzellente Forschung gehört exzellent gefördert. Was am Technopol Wiener Neustadt im Bereich der Tribologie erforscht wird, ist Weltklasse. Also unterstützen wir die dortigen Teams. Die TU Wien hat einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des AC2T geleistet und so ist es konsequent, dass wir dort eine neue Stiftungsprofessur für Tribologie einrichten. Ein schönes Beispiel für den nachhaltigen Erfolg länderübergreifender Technologiekooperationen.“

Mit über 40 Unternehmenspartnern, darunter die OMV, Siemens, Schoeller-Bleckmann und Voestalpin, ist das bestehende Kompetenzzentrum bereits jetzt umfassend mit der Industrie vernetzt. Die Stiftungsprofessur für Tribologie an der TU Wien wird nun den Input der Grundlagenforschung zusätzlich stärken – und deren Relevanz für die Industrie sicherstellen.

Genug Platz für die Tribologie ist auf jeden Fall vorhanden: Durch den Ausbau eines Technologie- und Forschungszentrums am Technopol Wiener Neustadt wird dieses bald 12.500 qm an vermietbaren Büro- und Laborflächen für insgesamt 450 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

Über das AC2T: Das am Technopol Wiener Neustadt angesiedelte Kplus Kompetenzzentrum für Tribologie befasst sich mit Fragen zur Minimierung des Energieeinsatzes und der Verschleißreduktion bei technischen Systemen mit dem Ziel die Funktionsdauer technischer Systeme deutlich auszuweiten. Die größten der insgesamt sieben wissenschaftlichen Partner des Zentrums sind die FH Wiener Neustadt, die TU Wien und die Johann Kepler Universität Linz. 70 MitarbeiterInnen erwirtschaften im Durchschnitt einen Umsatz von EUR 5,5 Mio pro Jahr. Knapp 40 Industrieunternehmen sind Partner des Zentrums.