St. Pölten: Sieben Regionen, drei Länder, zwei Sprachen – sechs Millionen Menschen leben in der 2012 gegründeten Europaregion Donau-Moldau (EDM), zu der auch das Waldviertel und das Mostviertel gehören.

Die sieben Regionen aus Bayern, Niederösterreich und Tschechien arbeiten seither in Wissensplattformen länderübergreifend an der Entwicklung von sieben Zukunftsthemen zusammen. Ziel ist dabei stets der Mehrwert für die gesamte Europaregion. Jede Region ist für ein Thema hauptverantwortlich, so ist etwa das Waldviertel federführend beim Thema „Energie". Weitere wichtige Anliegen sind unter anderen die Belebung des Arbeitsmarktes und die Verbesserung der Mobilität – sowohl in den einzelnen Regionen als auch über Regions- und Ländergrenzen hinweg.

Auf Einladung von Landesrätin Mag. Barbara Schwarz, die in Niederösterreich für EU-Regionalpolitik zuständig ist, traf erstmals eine Runde von niederösterreichischen Expertinnen und Experten aus allen Wissensplattformen der Europaregion Donau-Moldau in St. Pölten zusammen, um themenübergreifend über die Chancen zu diskutieren, die sich durch die Zusammenarbeit in der Europaregion speziell für Niederösterreich ergeben.

Im Bild: Karl G. Becker (Regionalmanager Mostviertel), Romana Sadravetz (EDM-Geschäftsstelle), Landtagsabgeordneter Ing. Johann Hofbauer (politischer Vertreter des Waldviertels in der EDM), Landesrätin Mag. Barbara Schwarz, Kathrin Altmann (Wissensplattform-Managerin Hochschulkooperationen, Niederbayern), Barbara Daferner (EDM-Kontaktstelle Niederbayern/Altötting) und Thomas Samhaber (Regionalmanager Waldviertel und Wissensplattform-Manager der EDM).

„Die trilaterale Zusammenarbeit macht in verschiedensten Bereichen Sinn für alle Beteiligten. Etwa wenn es um grenzüberschreitende Infrastrukturmaßnahmen oder Ausbildungswege für die Jugend geht", so Schwarz in ihrer Begrüßungsrede. Bei allen Zukunftsthemen gehe es darum, von den Erfahrungen der anderen Regionen zu profitieren und gemeinsame Zukunftsstrategien zu entwickeln.

Auch Dr. Simon Ortner vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung unterstrich in seiner Präsentation die Sinnhaftigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit durch die vorhandenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends. Die Nationalität verliert dabei immer mehr an Bedeutung, während die unmittelbare Region immer wichtiger wird – die Globalisierung ist so zur „Glokalisierung" geworden. Die Europaregion verstärkt die strategischen Möglichkeiten für Niederösterreich über die Landesgrenzen hinweg.

Ergänzend bot Romana Sadravetz (EDM-Geschäftsstelle) einen Überblick über den aktuellen Stand der EDM, bevor Dr. Günter Scheer die Ergebnisse aus der Evaluierung der Wissensplattformen präsentierte. Darauf aufbauend diskutierten die anwesenden Expertinnen und Experten in mehreren Arbeitsgruppen, welche Themen aus niederösterreichischer Sicht verstärkt bearbeitet werden sollten. Ganz oben auf der Liste: Rahmenbedingungen für eine grenzenlose Mobilität, Attraktivierung der Standorte in Bezug auf Wirtschaft und Lebensqualität sowie das gemeinsame Auftreten als starke Region in Europa.

Thomas Samhaber, der den Zukunftsdialog als Wissensplattform-Manager moderierte, fasste nach der offenen Diskussion die laufenden Projekte aller Wissensplattformen in einem Überblick zusammen. Er ist überzeugt: „Regionen können künftig nur durch die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Regionen erfolgreich sein, und die Europaregion Donau-Moldau bietet dafür einen hervorragenden Rahmen."

Informationen: Mag. (FH) Dieter Kraus, Büro LR Schwarz, bzw. Regionalmanagement Waldviertel, Thomas Samhaber, http://www.europaregion-donau-moldau.at/ . Foto: NÖ Landespressedienst – Filzwieser